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Medizin studieren

Abstecher ans Meer

Ich war schon ziemliche lange nicht mehr am Meer. Ich glaube, das letzte Mal habe ich im September letzten Jahres auf einer Düne im Süden Frankreichs gestanden und die Surfsaison 2014 ausklingen lassen. Für mich ist das eine ganz schön lange Zeit. Das Schlimme jedoch: Ich wusste sehr lange nicht, wann ich endlich wieder surfen werden können. Dabei sah alles so vielversprechend aus: Meine Mutter und mein Stiefvater planten, über Pfingsten an die französische Atlantikküste zu fahren. Zufällig hatte ich genau in dieser Woche frei, sodass zumindest theoretisch die Möglichkeit bestand, zu tun worauf ich Lust hatte.

Und da ich sämtliche Mühen auf mich nehmen würde, um ans Meer zu kommen, beschloss ich recht spontan, meiner Familie einen Besuch abzustatten. Ab Karlsruhe würden sie mich sogar mitnehmen – die Anreise war also günstig. Und auch die Planung der Rückfahrt erledigte sich im Nu, denn wie es der Zufall so wollte, fand ich eine direkte Mitfahrgelegenheit von Paris nach Münster – und zwar genau an dem Tag, an dem ich spätestens zurück sein musste. Das war doch zu schön um wahr zu sein!

Und das war es tatsächlich. Nicht geklappt hat nämlich der entscheidende Teil: Die Wellenvorhersage ließ schon recht früh erahnen, dass nicht allzu viel zu erwarten sein würde. Und je näher der Tag der Anreise rückte, desto niederschmetternder waren die Vorhersagen: zehn Zentimeter. Lächerlich.

Was also tun? Sollte ich tatsächlich für eine Woche Urlaub ohne Surfen, dafür mit einer 30-stündigen Hin- und Rückfahrt 100 Euro ausgeben? Schwierige Entscheidung, keine Frage! Allerdings war der Bus nach Karlsruhe schon gebucht und einfach mal rauskommen auch eine verlockende Aussicht …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 19, 2015

Medizin studieren

Patienten-Gespräch

In diesem Semester steht ein Untersuchungskurs auf dem Stundenplan. In diesem Kurs lernen wir zum Bespiel, wie man die Lunge und das Herz abhört, den Kopf etwa nach einem Sturz untersucht oder den Bauch abtastet. Nicht zuletzt geht es auch darum, das Anamnese-Gespräch, sprich die „Patienten-Befragung“, beim Erstkontakt mit dem Arzt zu lernen.

Hierfür werden Schauspieler eingesetzt, die vorgeben, eine bestimmte Krankheit zu haben, in ein Krankenhausbett gelegt werden und dort auf uns, die „Ärzte“, warten dürfen. Das Ganze passiert in Sechsergruppen. Die anderen fünf Studenten dürfen sich das Treiben – also das Gespräch – durch halbdurchlässige Spiegel ansehen. Dadurch fühlt man sich tatsächlich ein bisschen wie in einem „Tatort“ …

Letzten Dienstag war ich an der Reihe. Gehörig aufgeregt, mit weißem Kittel und Klemmbrett bewaffnet, holte ich tief Luft und trat in das Zimmer. Die Nervosität legte sich sehr schnell, denn mein Patient nahm mir eine Menge Arbeit ab: Anders als andere Patienten war er sehr kommunikativ. Bereitwillig erzählte er mir von seiner Krankengeschichte, ließ nichts aus und gestaltete so das Ganze für mich entsprechend angenehm. Mit gutem Gefühl hatte ich also das erste Anamnese-Gespräch hinter mich gebracht.

Nachdem ich den Raum verlassen hatte, wurde ich auch schon von meinen Kommilitonen empfangen, die mir Feedback gaben. Ich hörte positive Aspekte, werde mir aber wohl oder übel abtrainieren müssen, während eines Gesprächs mit den Beinen zu zappeln. Inhaltlich hatte ich auch einen etwas dickeren Schnitzer … aber gut, wir sind noch keine Profis. Zumindest hören wir immer wieder, dass Ärzte bis zu zehn Jahre brauchen können, bis sie ein vernünftig strukturiertes, den Patienten in den Mittelpunkt stellendes Gespräch leiten können. Da habe ich glücklicherweise noch etwas Zeit.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  May 27, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
May 27, 2015

Medizin studieren

Spontan ist am geplantesten

Dass ich recht selten zurück in meine Heimat fahren kann, habe ich ja schon das ein oder andere Mal beklagt. Vorgenommen, dies zu ändern, habe ich es mir auch häufiger. Meist hatte ich mir sogar konkrete Wochenenden überlegt, an denen es funktionieren könnte. Aber wie das eben so ist, kommt einem immer etwas in die Quere und es klappt letztlich doch nicht.

Deswegen hatte ich mir für das Sommersemester gar nicht erst vorgenommen, nach Hause zu fahren, jedenfalls nicht konkret. Und siehe da, schon ergab sich die Gelegenheit. Ich kam ohne Probleme an ein Auto, habe spontan daheim nach Herberge gefragt und schon stand ich vor der Tür. Es war wirklich wunderbar, auch wenn ich nicht allzu viel Zeit hatte. Immerhin konnte ich ein paar Freunde in der Boulderhalle und im Schwimmbad treffen.

Am besten jedoch war, dass auf den Spontan-Besuch zufälligerweise auch die Blaue Nacht fiel. Das war insofern besonders, als ich es in all den Jahren, in denen ich in Nürnberg gewohnt habe, noch nie auf dieses Kulturevent geschafft hatte. Enttäuscht wurde ich nicht! Es war eine geniale Stimmung, es gab interessante Ausstellungen und Aktionen und wirklich sehr gutes Wetter! Alles in allem ein sehr tolles Wochenende, das mich gelehrt hat: In Zukunft werde ich noch weniger planen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  May 18, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
May 18, 2015