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Medizin studieren

Klausurenphase

Irgendwie hatte ich gehofft, ich würde mich irgendwann an diese vier Wochen im Semester gewöhnen, in denen ich mich auf die Klausuren vorbereiten muss und nur in der Bib sitze. Diesmal war es besonders hart, denn die Temperaturen waren meist ideal, gingen an manchen Tagen sogar in Richtung 40 Grad und luden zum Sonnenbad am Kanal geradezu ein. Aber nix da!

Dass ich Motivationsschwierigkeiten hatte zu Semesterbeginn – geschenkt, nach dem Physikum geht es Vielen so. Aber gewünscht hätte ich mir doch, zumindest an einem Punkt dieses Semester mal in einen „Flow“ zu geraten, der die Bib-Tage erträglicher gemacht hätte. Leider blieb das aus. Im Gegenteil: Die fehlende Motivation und einige persönliche Faktoren führten dazu, dass meine Tage immer länger wurden. Für Lernstoff, den ich normalerweise in fünf, sechs Stunden bewältige, brauchte ich plötzlich acht bis zehn Stunden – gegen Ende sogar noch länger. Außerdem bin ich kurz davor, den Überblick über die acht (!) Fächer z u verlieren. Und die Tatsache, dass sich die Art zu Lernen im Vergleich zur Vorklinik verändert hat, hilft auch nicht. Waren die logischen, zumindest ansatzweise naturwissenschaftlichen Grundlagen die ersten vier Semester auch durch Verstehen gut zu memorieren, sieht das dieses Semester ganz anders aus. Ein Großteil der Krankheiten geht mit Manifestationen einher, die sich nicht logisch erschließen lassen. Das bedeutet, dass ich unheimlich viel tatsächlich auswendig lernen muss. Das gleiche gilt für Pharmakologie: Von zehn Nebenwirkungen eines Medikaments kann man sich vielleicht eine oder zwei durch den Wirkmechanismus des Wirkstoffs erklären. Die anderen acht muss man einfach ins Hirn prügeln, koste es was es wolle. Ich bin echt gespannt, wie das ausgeht …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 27, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 27, 2015

Medizin studieren

Ferienplanung

Noch immer habe ich ein bisschen Bammel vor den vielen Klausuren, die im kommenden Semester auf mich zukommen werden. Dennoch möchte ich auch die vorlesungsfreie Zeit gut nutzen – und zwar am liebsten mit einer Reise. Mit meinem Mitbewohner werde ich deshalb nach Norwegen fliegen, nur mit Zelt und Rucksack ausgestattet. Mich erinnert das an den Film „Into the wild“. Ich verspreche also, dass wir uns von Beeren fernhalten werden. Wir versuchen aber trotzdem, so lange wie möglich autark unterwegs zu sein. Dass uns das nicht ganz gelingen wird, ist bei einer Aufenthaltsdauer von drei Wochen irgendwie abzusehen. So viel können wir niemals schleppen, schließlich wollen wir jeden Tag 20 bis 30 Kilometer laufen. Wir sind beide bis in die Haarspitzen motiviert und freuen uns darauf, mal für eine gewisse Zeit auszusteigen und zu entschleunigen.

Wenn ich zurück komme, wartet das komplette Gegenteil auf mich, denn schon am Tag darauf beginnt für mich bereits der erste Teil meiner Famulatur hier in Münster. In Anlehnung an den großen Anteil Pharmakologie dieses Semester habe ich einen Famulatur-Platz in der Anästhesie bekommen. Ich hoffe, dass mir das Wissen aus Pharma wenigstens in diesem Fachbereich etwas weiterhilft. Vermutlich werde ich jedenfalls mehr Nutzen aus dieser Famulatur ziehen, als wenn ich einfach in die Innere Medizin oder die Neurologie ginge; schließlich kommen diese Fächer erst in den nächsten Semestern auf mich zu.

Und nach der Famulatur werde ich wieder das tun, was ich mittlerweile in der sechste Saison tue: Surfen in Frankreich. Wie jedes Jahr fängt es langsam an, in den Füßen, Beinen und Armen zu kribbeln! Und nachdem ich bei meinem letzten Frankreich-Urlaub nicht surfen konnte, wird es echt Zeit, dass ich wieder mal ins Wasser komme!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 7, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 7, 2015

Medizin studieren

Ab in die Bib

Nachdem das vierte Semester lerntechnisch enorm entspannt war, beginnt nun eine sehr anstrengende Phase meines Studiums, denn in gerade einmal drei Wochen schreibe ich schon die nächste Prüfung. Anders als in der Vorklinik habe ich keine Zwischenprüfungen mehr, sondern sogenannte Semester-Abschluss-Klausuren. Das bedeutet, dass alle acht bis zehn Fächer, die im Semester behandelt werden, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geprüft werden. Insgesamt muss ich gut 300 Fragen beantworten, vom Umfang her ähnelt das der Physikumsprüfung. Meinem Lerntyp kommt diese Prüfungsform nicht so entgegen, da ich lieber kontinuierlich lerne und nur schwer in einem Hauruck-Verfahren auf den letzten Metern Stoff ins Hirn kloppen kann.

Dazu kommt ein ziemlich hoher Druck: Manche Scheine macht man jetzt nämlich über mehrere Semester. Beispiel Pharmakologie: Dieses Fach habe ich als Grundlagenfach im fünften Semester mit 50 Fragen in der Prüfung. In den folgenden Semestern werde ich einzelne Themen vertiefen und Klausuren schreiben, die insgesamt ebenfalls 50 Fragen beinhalten. Den Schein bekomme ich nur, wenn ich am Ende 60 Prozent der 100 Fragen richtig beantwortet habe – und das finde ich im schlimmsten Fall erst im zehnten Semester heraus und muss das Fach nochmal schreiben. Klingt im ersten Moment nicht schlimm, bedeutet aber in der Praxis, dass man dann eine Klausur über den Stoff von sechs Semestern schreiben muss – und das ist eher unangenehm. Also ab in die Bib und büffeln, büffel, büffeln.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 2, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 2, 2015