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Medizin studieren

Into the wild

Diesen Film von Sean Penn, in dem ein junger Student in die Wildnis aufbricht, haben vermutlich viele von euch gesehen. Die Geschichte geht leider nicht gut aus und schon allein deshalb beschreibt sie nur bedingt, was mein Kumpel und ich die nächsten drei Wochen tun werden. Aber der Grundgedanke stimmt!

Wir wollen einfach mal rauskommen, keine Uhren und Handys mitnehmen, sondern auf uns allein gestellt reisen. Wir nehmen nur einen Rucksack, ein Zelt und Essen für zehn Tage mit und los geht’s! Unser Flug geht nach Norwegen. In der Hardangervidda, einer Hochebene im Westen Norwegens, wollen wir uns von Norden nach Süden durchkämpfen. Viel Infrastruktur gibt es dort nicht: markierte Wege wohl schon, auf Hütten und andere Menschen treffen wir aber wohl nur alle paar Kilometer.

Ein Freund von mir war vergangenes Jahr dort und meinte: „Wenn du wissen willst, was Natur ist – geh da hin und du musst deine bisherige Vorstellung von Natur nochmal vollkommen überdenken!“ Darauf freuen wir uns jetzt schon ziemlich! Sorgen mache ich mir nur etwas wegen der Versorgung. Mit 25 Kilo auf dem Rücken – und so schwer sind die Rucksäcke – läuft es sich nämlich nicht mehr so bequem. Aber irgendwie wird es schon werden. Ein weiteres Problem ist, dass wir noch keine Wanderkarte haben. Ich habe sie zwar schon vor vier Wochen bestellt, aber dank Poststreik ist sie bisher nicht angekommen. Hoffentlich klappt das noch, sonst müssen wir in Norwegen improvisieren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 3, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 3, 2015

Medizin studieren

Erleichterung

Die vergangenen Wochen hatten es echt in sich. Normalerweise bin ich rund drei Tage vor einer Klausur mit meinem Pensum durch und nutze die restliche Zeit, um Lücken zu füllen, den Stoff nochmal zu wiederholen und etwas zu entspannen. Nicht so dieses Jahr!

Schließlich haben sich die Prüfungsmodalitäten ganz schön verändert. Ich wurde in vielen Fächern geprüft, erhielt aber nicht für alle Prüfungsleistungen direkt einen Schein. Bestimmte Fächer habe ich nun nicht mehr nur ein Semester lang, sondern über vier bis fünf Semester verteilt. Dazu gehört beispielsweise Radiologie. Am Ende jedes Studienhalbjahrs muss ich nun in einer Klausur rund 20 Fragen zum gelernten Stoff beantworten. Die Ergebnisse werden über fünf Semester addiert. Um den Schein in Radiologie zu bestehen, muss ich am Ende von den insgesamt 100 Fragen 60 richtig beantwortet haben.

Mein Problem ist die Zeit. In diesem Semester hatte ich drei „große“ Fächer: Mikrobiologie, Pharmakologie und Pathologie. Hier musste ich am Ende je eine Klausur mit deutlich mehr Fragen bestehen. Die Vorbereitung darauf brauchte also deutlich mehr Zeit – und es gibt keine Chance, Fehlleistungen später noch auszugleichen. Klar also, auf welche Fächer ich den Fokus gelegt habe, oder? Und irgendwie auch klar, dass Radiologie von mir eher stiefmütterlich behandelt wurde … Hoffentlich rächt sich das nicht. Schließlich werde ich auch in den kommenden Semestern neben Radiologie viele „großen Fächer“ haben. Und auf die Dauer wird es wohl nicht reichen, für Radiologie, Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und noch ein paar andere Fächer insgesamt nur drei Tage aufzuwenden.

Aber glücklicherweise hat es funktioniert! Entgegen aller Erwartungen habe ich es geschafft, alle Prüfungen einigermaßen zu bestehen. Zwar genügen die Ergebnisse nicht ganz meinen eigenen Ansprüchen, aber das hake ich dieses Semester echt einfach mal ab. Und jetzt habe ich erst mal fast drei Monate frei, kann abschalten und mir neuen Schwung für das nächste Semester holen. Nach der ganzen Lernerei finde ich, ich habe das verdient.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 29, 2015

Medizin studieren

Klausurenphase

Irgendwie hatte ich gehofft, ich würde mich irgendwann an diese vier Wochen im Semester gewöhnen, in denen ich mich auf die Klausuren vorbereiten muss und nur in der Bib sitze. Diesmal war es besonders hart, denn die Temperaturen waren meist ideal, gingen an manchen Tagen sogar in Richtung 40 Grad und luden zum Sonnenbad am Kanal geradezu ein. Aber nix da!

Dass ich Motivationsschwierigkeiten hatte zu Semesterbeginn – geschenkt, nach dem Physikum geht es Vielen so. Aber gewünscht hätte ich mir doch, zumindest an einem Punkt dieses Semester mal in einen „Flow“ zu geraten, der die Bib-Tage erträglicher gemacht hätte. Leider blieb das aus. Im Gegenteil: Die fehlende Motivation und einige persönliche Faktoren führten dazu, dass meine Tage immer länger wurden. Für Lernstoff, den ich normalerweise in fünf, sechs Stunden bewältige, brauchte ich plötzlich acht bis zehn Stunden – gegen Ende sogar noch länger. Außerdem bin ich kurz davor, den Überblick über die acht (!) Fächer z u verlieren. Und die Tatsache, dass sich die Art zu Lernen im Vergleich zur Vorklinik verändert hat, hilft auch nicht. Waren die logischen, zumindest ansatzweise naturwissenschaftlichen Grundlagen die ersten vier Semester auch durch Verstehen gut zu memorieren, sieht das dieses Semester ganz anders aus. Ein Großteil der Krankheiten geht mit Manifestationen einher, die sich nicht logisch erschließen lassen. Das bedeutet, dass ich unheimlich viel tatsächlich auswendig lernen muss. Das gleiche gilt für Pharmakologie: Von zehn Nebenwirkungen eines Medikaments kann man sich vielleicht eine oder zwei durch den Wirkmechanismus des Wirkstoffs erklären. Die anderen acht muss man einfach ins Hirn prügeln, koste es was es wolle. Ich bin echt gespannt, wie das ausgeht …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 27, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 27, 2015