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Medizin studieren

Klausurenphase

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

27.07.2015

Irgendwie hatte ich gehofft, ich würde mich irgendwann an diese vier Wochen im Semester gewöhnen, in denen ich mich auf die Klausuren vorbereiten muss und nur in der Bib sitze. Diesmal war es besonders hart, denn die Temperaturen waren meist ideal, gingen an manchen Tagen sogar in Richtung 40 Grad und luden zum Sonnenbad am Kanal geradezu ein. Aber nix da!

Dass ich Motivationsschwierigkeiten hatte zu Semesterbeginn – geschenkt, nach dem Physikum geht es Vielen so. Aber gewünscht hätte ich mir doch, zumindest an einem Punkt dieses Semester mal in einen „Flow“ zu geraten, der die Bib-Tage erträglicher gemacht hätte. Leider blieb das aus. Im Gegenteil: Die fehlende Motivation und einige persönliche Faktoren führten dazu, dass meine Tage immer länger wurden. Für Lernstoff, den ich normalerweise in fünf, sechs Stunden bewältige, brauchte ich plötzlich acht bis zehn Stunden – gegen Ende sogar noch länger. Außerdem bin ich kurz davor, den Überblick über die acht (!) Fächer z u verlieren. Und die Tatsache, dass sich die Art zu Lernen im Vergleich zur Vorklinik verändert hat, hilft auch nicht. Waren die logischen, zumindest ansatzweise naturwissenschaftlichen Grundlagen die ersten vier Semester auch durch Verstehen gut zu memorieren, sieht das dieses Semester ganz anders aus. Ein Großteil der Krankheiten geht mit Manifestationen einher, die sich nicht logisch erschließen lassen. Das bedeutet, dass ich unheimlich viel tatsächlich auswendig lernen muss. Das gleiche gilt für Pharmakologie: Von zehn Nebenwirkungen eines Medikaments kann man sich vielleicht eine oder zwei durch den Wirkmechanismus des Wirkstoffs erklären. Die anderen acht muss man einfach ins Hirn prügeln, koste es was es wolle. Ich bin echt gespannt, wie das ausgeht …

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