Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Der Gipfel der Gastfreundlichkeit

Nachdem wunderbaren Essen bei unseren neuen Freunden mit Verbindungen in meine Heimatstadt, machten wir uns wieder auf. Sechs Tage wollten wir wandern, zelten und uns selbst versorgen – und das klappte dank Wasserkocher und Instant-Kartoffelpüree erstaunlich gut. Jedenfalls verlangten die letzten Tage nochmal so einiges von uns ab: Hoch und runter ging es, Schneefelder mussten überquert werden, peitschender Wind und Regen machten uns zu schaffen und rutschige Geröllfelder versperrten uns häufig den Weg. Was uns antrieb durchzuhalten, war ein Versprechen, welches wir unseren norwegisch-nürnbergerischen Gastgebern gegeben hatten: Diese hatten uns nämlich ein Tal in unserer Wanderkarte markiert, in dem es einen besonders schönen See mit einer kleinen Blockhütte gibt – und genau dort wollten wir uns am sechsten Tag mittags um zwölf treffen. Die Tagesetappen bis Samstagabend konnten wir einigermaßen bewältigen, dann jedoch kam der Sonntag. Den geplanten Pfad mussten wir verlassen, dank Kompass und Karte konnten wir uns aber trotzdem ganz gut orientieren. Aber der Regen verwandelte die Geröllfelder in so rutschige Passagen, dass einem beim Durchqueren richtig schlecht wurde. Immer wieder schauten wir auf die Uhr: noch zwei Stunden, noch eine Stunde, noch 30 Minuten. Wir mussten einen Umweg von vier Stunden auf uns nehmen und uns gegen Ende ganz schön beeilen. Aber würden die zwei auch tatsächlich aufkreuzen? Oder war das eher eine unverbindliche Abmachung? Egal, wir wollten unbedingt pünktlich sein und haben es tatsächlich geschafft, um kurz nach zwölf anzukommen. Und sie waren tatsächlich da!

Als ob sie es geahnt hätten, hatten sie massenhaft Essen dabei, sodass wir schon bald wieder zu Kräften kamen. Die Einladung, die nächsten zwei Tage bis zu unserem Heimflug zeltend in ihrem Garten zu verbringen, nahmen wir danach natürlich auch noch an!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 26, 2015

Medizin studieren

Krautwickel am Polarkreis

Nach den ersten zehn Tagen unseres Norwegen-Trips ging es weit in den Norden nach Tromsø, von wo aus wir mit dem Bus, zu Fuß und einem Boot weiter auf eine noch weiter nördlich gelegene Insel gelangten, die kaum touristisch erschlossen, dafür aber wunderschön unberührt ist. Morgens um halb sechs kamen wir an, bauten unser Hotel aus Stoff auf und schliefen in Nullkommmanichts ein. Erst gegen Mittag wurden wir wach, weil es im Zelt auf einmal ziemlich warm wurde. Gut, die Hitzerekorde Deutschlands in diesen Wochen können wir nicht brechen, aber 18 Grad fühlen sich geradezu afrikanisch an, wenn man zehn Grad und Wind gewöhnt ist.

Wir packten unsere Sachen und liefen eine kaum befahrene Straße entlang, um zu unserem Ausgangspunkt für die bevorstehende sechstägige Insel-Durchquerung zu gelangen, als wir einen Radfahrer sahen. Er fragte uns, ob wir sicher sind, dass wir auf der richtigen Straße unterwegs sind, was witzig ist, weil es auf der Insel nur eine Straße gibt. Daraufhin kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er mit einer Nürnbergerin verheiratet ist. Und wie die Norweger eben so sind, wurden wir deshalb natürlich auf einen Kaffee eingeladen. Naja, so kamen wir in diesem Haus an und standen etwas ratlos vor der Frau, der unser neuer Freund nichts von der verbindenden Heimat erzählt hatte. Aber lang dauerte es nicht, bis sie hinter das Geheimnis kam, und sie freute sich riesig, wenigstens „aweng frängeln“ zu können.

Sie erzählt uns, dass sie zwei Tage vorher enorme Sehnsucht nach Krautwickeln gehabt hätte und ehe wir uns versahen, saßen wir am Küchentisch und wurden 400 Kilometer nördlich des Polarkreises mit Krautwickeln und Salzkartoffeln versorgt. Die Welt ist manchmal schon ein Dorf!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 21, 2015

Medizin studieren

Unvorhersehbare Ereignisse

Nach mehr als zwölf Stunden Anreise erreichten wir unsere erste Station in Norwegen und waren zu erschöpft, um wirklich schockiert zu sein. Also standen wir stumm da und blickten fast teilnahmslos auf den gefrorenen See. Aber etwas Verwunderung wird man uns wohl doch angesehen haben, schließlich war es Ende Juli und auf allen Fotos des Bahnhofs, an dem wir uns gerade befanden, war der See tiefblau, klar und am Fuße eines blau leuchtenden Gletschers gelegen. Nicht so in diesem Jahr, denn die Hardangervidda, ein Hochplateau im Westen Norwegens, erfährt den kältesten Sommer seit den 1960er-Jahren. Das waren ja die besten Aussichten für eine Wandertour mit Zelt …

Immer wieder waren wir erstaunt, so viel Schnee vorzufinden, dass ganze Seen bedeckt und Gletscher nicht auszumachen waren. Im Reiseführer war von ein paar alten Schneefeldern die Rede – diese vom Winter übriggebliebenen Areale erstreckten sich allerdings zum Teil über 25 Kilometer. Dabei hätte uns der Hinweis eines Einheimischen zu Beginn der Tour schon stutzig machen müssen, der uns dringend zu Skiern riet. Naja, hatten wir aber nicht dabei, und so wurden aus den geplanten 150 Kilometern Strecke gut und gerne 170 – verschneiten Wegweisern sei Dank. Und die Nächte waren eben etwas kühler als erwartet. Und ein Abenteuer war es allemal, als wir durch ein Schneefeld in einen Fluss einbrachen und uns mit Paracetamol wieder auf die Beine brachten, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Außerdem mussten wir einen hüfttiefen Gletscherfluss durchqueren, da die Sommerbrücke (diese Brücken werden von so etwas wie dem Alpenverein in Norwegen im Sommer aufgebaut) noch nicht stand.

Aber als Entschädigung für all das wurden wir mit unberührter Natur, grandiosen Ausblicken, Erfahrungen fürs Leben und absoluter Einsamkeit belohnt.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 18, 2015