interaktiv

Medizin studieren

Unvorhersehbare Ereignisse

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

18.08.2015

Nach mehr als zwölf Stunden Anreise erreichten wir unsere erste Station in Norwegen und waren zu erschöpft, um wirklich schockiert zu sein. Also standen wir stumm da und blickten fast teilnahmslos auf den gefrorenen See. Aber etwas Verwunderung wird man uns wohl doch angesehen haben, schließlich war es Ende Juli und auf allen Fotos des Bahnhofs, an dem wir uns gerade befanden, war der See tiefblau, klar und am Fuße eines blau leuchtenden Gletschers gelegen. Nicht so in diesem Jahr, denn die Hardangervidda, ein Hochplateau im Westen Norwegens, erfährt den kältesten Sommer seit den 1960er-Jahren. Das waren ja die besten Aussichten für eine Wandertour mit Zelt …

Immer wieder waren wir erstaunt, so viel Schnee vorzufinden, dass ganze Seen bedeckt und Gletscher nicht auszumachen waren. Im Reiseführer war von ein paar alten Schneefeldern die Rede – diese vom Winter übriggebliebenen Areale erstreckten sich allerdings zum Teil über 25 Kilometer. Dabei hätte uns der Hinweis eines Einheimischen zu Beginn der Tour schon stutzig machen müssen, der uns dringend zu Skiern riet. Naja, hatten wir aber nicht dabei, und so wurden aus den geplanten 150 Kilometern Strecke gut und gerne 170 – verschneiten Wegweisern sei Dank. Und die Nächte waren eben etwas kühler als erwartet. Und ein Abenteuer war es allemal, als wir durch ein Schneefeld in einen Fluss einbrachen und uns mit Paracetamol wieder auf die Beine brachten, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Außerdem mussten wir einen hüfttiefen Gletscherfluss durchqueren, da die Sommerbrücke (diese Brücken werden von so etwas wie dem Alpenverein in Norwegen im Sommer aufgebaut) noch nicht stand.

Aber als Entschädigung für all das wurden wir mit unberührter Natur, grandiosen Ausblicken, Erfahrungen fürs Leben und absoluter Einsamkeit belohnt.

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