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Medizin studieren

Krautwickel am Polarkreis

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

21.08.2015

Nach den ersten zehn Tagen unseres Norwegen-Trips ging es weit in den Norden nach Tromsø, von wo aus wir mit dem Bus, zu Fuß und einem Boot weiter auf eine noch weiter nördlich gelegene Insel gelangten, die kaum touristisch erschlossen, dafür aber wunderschön unberührt ist. Morgens um halb sechs kamen wir an, bauten unser Hotel aus Stoff auf und schliefen in Nullkommmanichts ein. Erst gegen Mittag wurden wir wach, weil es im Zelt auf einmal ziemlich warm wurde. Gut, die Hitzerekorde Deutschlands in diesen Wochen können wir nicht brechen, aber 18 Grad fühlen sich geradezu afrikanisch an, wenn man zehn Grad und Wind gewöhnt ist.

Wir packten unsere Sachen und liefen eine kaum befahrene Straße entlang, um zu unserem Ausgangspunkt für die bevorstehende sechstägige Insel-Durchquerung zu gelangen, als wir einen Radfahrer sahen. Er fragte uns, ob wir sicher sind, dass wir auf der richtigen Straße unterwegs sind, was witzig ist, weil es auf der Insel nur eine Straße gibt. Daraufhin kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er mit einer Nürnbergerin verheiratet ist. Und wie die Norweger eben so sind, wurden wir deshalb natürlich auf einen Kaffee eingeladen. Naja, so kamen wir in diesem Haus an und standen etwas ratlos vor der Frau, der unser neuer Freund nichts von der verbindenden Heimat erzählt hatte. Aber lang dauerte es nicht, bis sie hinter das Geheimnis kam, und sie freute sich riesig, wenigstens „aweng frängeln“ zu können.

Sie erzählt uns, dass sie zwei Tage vorher enorme Sehnsucht nach Krautwickeln gehabt hätte und ehe wir uns versahen, saßen wir am Küchentisch und wurden 400 Kilometer nördlich des Polarkreises mit Krautwickeln und Salzkartoffeln versorgt. Die Welt ist manchmal schon ein Dorf!

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