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Medizin studieren

Zurück im Parallelleben

Nach den ersten zwei Wochen Famulatur ging es für mich direkt nach Frankreich. Morgens um halb vier startete ich in Münster mit meinem Bus, sammelte einen Freund und Kollegen, der ebenfalls Surflehrer in meinem Camp ist, in Köln auf und fuhr gemeinsam mit ihm an die französische Atlantikküste.
In den letzten vier bis fünf Jahren hatte ich immer sehr viel Glück, was den „Ankunftsswell“, also die Wellen bei meiner Ankunft, anging. Soll heißen, die Wellen waren immer groß und kraftvoll, sodass ich anfangs etwas überfordert war und erst mal reinkommen musste – aber dann jedes Mal direkt begeistert war. Nicht so dieses Jahr: Die Vorhersage sah schon nicht überragend aus, aber das Trauerspiel, das sich mir bei der Ankunft bot, suchte tatsächlich seinesgleichen! Traurigerweise zeichnete sich auch auf sämtlichen Vorhersagemodellen nichts, aber auch wirklich gar nichts in Richtung einer Besserung ab.

Glücklicherweise besteht das Dasein hier aber nicht ausschließlich aus Surfen, sondern zu einem großen Teil auch aus dem sozialen Miteinander im Team. Man versteht sich zwar nicht mit allen 25 Kollegen gleich gut, aber eine Handvoll netter Leute ist schon immer dabei, sodass neben dem Wellenreiten auch ausreichend andere freizeitfüllende Alternativen übrig bleiben. Und wenn keine Möglichkeit zum Surfen besteht, bleibt mehr Zeit für Dinge, die ich das ganze restliche Jahr über vernachlässige, wie beispielsweise Lesen, Gedanken machen und einfach mal die Ruhe genießen. Gleichzeitig weiß ich dabei aber immer ganz genau, dass der ganze Trip nur eine kurze Flucht vor der Realität ist. Früher oder später wird mich das schnelle Leben in Deutschland wieder einholen.

Aber bis es soweit ist, genieße ich jeden Atemzug!

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 18, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 18, 2015

Medizin studieren

Auf Kante genäht

Nach meinem Urlaub in Norwegen ging es direkt auf zum Arbeiten. Dass aber auch das erste Wochenende daheim nicht entspannter werden würde, wurde mir erst sehr spät bewusst. Mit meinen Großeltern hatte ich ausgemacht, dass sie mich am Wochenende nach meiner ersten Famulatur-Woche besuchen würden. Im Eifer des Gefechts während Reiseplanung und Prüfungsstress war mir aber nicht bewusst, dass das schon einen Tag nach meiner Rückkehr sein würde. Als sie dann hier waren, war jedoch alles sehr entspannt für mich, und ein bisschen erholen konnte ich mich auch. Ich musste mir beispielsweise keine Gedanken ums Essen machen, weil sie mich zum Essen einluden.

Für das kommende Wochenende kündigte sich mein Vater an. Das bedeutet dann eher Action als Entspannung, denn schließlich will ich direkt danach zu meiner nächsten Reise nach Frankreich aufbrechen. Trotzdem freue ich mich sehr, oft sehen wir uns nämlich nicht, seitdem ich studiere. Dennoch merke ich, dass mir der eine oder andere Erhohlungstag mehr bestimmt gut getan hätte. An meinem letzten Tag in der Famulatur kommt abends meine Schwester und bringt mir meinen Bus. Damit fahre ich direkt in der Nacht nach Frankreich – und packen muss ich auch noch. Außerdem die Reiseroute planen – immerhin fahre ich das erste Mal nicht von Nürnberg aus – und Mitfahrer muss ich auch noch organisieren. Aber das wird sich schon alles ergeben.

Wenn ich dann endlich da bin, kann ich aber bestimmt gut entspannen. Mich erwartet Erholung pur auf meinem neuen Surfbrett, das ich mir zum Physikum gegönnt habe. Ziemlich viel Stress habe ich mir da gemacht – aber was soll´s?!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 9, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 9, 2015

Medizin studieren

Famulatur

Wie immer nach einem Urlaub, war auch nach der Rückkehr aus Norwegen mein Zeitplan sehr auf Kante genäht: Nachts um halb elf kam ich in Münster an, musste essen, duschen, aufräumen und schlafen. Leider konnte ich nicht allzu lange liegen bleiben, denn um sechs Uhr musste ich schon wieder aufstehen und in einen Vorort fahren. Wir Mediziner haben zwar immer lange Ferien, aber ab dem Physikum sind sie mit insgesamt fast sieben Monaten Blockpraktika oder den klassischen Famulaturen ausgefüllt.

Also los, auf zum ersten Tag in der Anästhesie! Warum ich mich dafür entschieden habe, zu den „Narkose-Ärzten“ zu gehen? Dafür gibt es ein paar Gründe. Erstens habe ich gerade erst das fünfte Semester hinter mich gebracht. Das heißt also, richtig viel Medizin, vor allem was Krankheiten anbelangt, habe ich noch nicht kennengelernt. Ich bin eher mit den Grundlagen vertraut – beispielsweise der Pharmakologie und der Physiologie. Das hilft mir für Anästhesie eine Menge. Fakt ist jedenfalls, dass mir ohne Vorkenntnisse auf diesem Gebiet wohl eine Neurologie-Famulatur eher wenig bringt und daher Fächer, in denen ich auch praktische Fertigkeiten lerne, tatsächlich besser geeignet sind.

Meine Erwartungen wurden in den ersten zwei Wochen der Famulatur nicht enttäuscht. Ich durfte viele Zugänge, also Venenverweilkanülen zur Gabe von Medikamenten, legen, habe viel über Narkosen gelernt und spannende OPs gesehen. Abgesehen davon merke ich so langsam, dass ich nach dem Physikum immer mehr in die verantwortungsvolle Rolle des Arztes gleite. Immer mehr ärztliche Tätigkeiten werden mir – unter strenger Kontrolle, Abwägung und Aufsicht durch einen Fach- oder Oberarzt – übertragen. So durfte ich etwa den Druck an Beatmungsmaschinen nach eigenem Ermessen einstellen, die ersten Intubationen (das Einführen eines Schlauches in die Luftröhre bei künstlicher Beatmung) und teils auch Spinalanästhesien durchführen. Für den zweiten Teil meiner Famulatur, die Anfang Oktober beginnt, wird mir sogar noch mehr in Aussicht gestellt. Ich bin gespannt und freue mich jetzt schon darauf!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 2, 2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 2, 2015