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Medizin studieren

Wasserrettung

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

24.09.2015

Nach fast neun Tagen im Surf-Camp, in denen das gesamte Team nicht zum surfen gegangen ist – die Wellen blieben leider für eine rekordverdächtig lange Zeit aus – kamen sie mit einem Paukenschlag zurück. Meterhoch und trotzdem gut zu meistern! Das komplette Team war in hellem Aufruhr, sodass fürs erste auch kleinere Pflichten innerhalb des Camps vergessen wurden. Ich war an den zwei Tagen mit den besten Wellen jeweils über fünf Stunden im Wasser. Das ist recht viel, wenn man bedenkt, dass ich ja nebenbei auch noch als Surflehrer an der Wasserkante stehe und arbeite.

Mit diesen großen Wellen – die größten, die für Surfer noch machbar sind und die größten, die ich hier in Frankreich je gesehen habe – ging etwas einher, das ich so noch nie erlebt habe: Eine Wasserrettung, also das Retten eines Surfers oder Schwimmers aus dem Meer. Klar, wir trainieren das in unserer Surflehrer-Ausbildung und es sind immer Rettungsschwimmer am Strand, aber bis jetzt ist noch nie etwas passiert, sodass diese Fertigkeiten bisher unerprobt blieben – was ja eigentlich gut ist. Dann aber geschah es: Einem Kursteilnehmer riss die Leash, also das Bindeglied zwischen Surfbrett und Bein, sodass er ohne Schwimmhilfe einer sehr kräftigen Brandung und Strömung ausgesetzt war, die ihn circa 100 Meter vom Strand entfernt umhertrieb.

Nachdem ein Kollege den Schüler entdeckt hatte, wurde ich ins Wasser geschickt, um ihn wieder an Land zu holen. Als ich bei ihm war, stellte ich fest, dass er glücklicherweise noch ansprechbar und auch noch nicht in Panik verfallen war, sodass die Rettung an sich sehr problemlos verlief.

Erst als ich wieder an Land und der Kursteilnehmer versorgt war, merkte ich, wie anstrengend das alles war, und wie vollgepumpt mit Adrenalin ich letztlich war, denn ich zitterte am ganzen Körper. Allerdings hatte die Sache aufgrund des positiven Ausgangs auch einen guten Nachgeschmack, sodass ich mich jetzt, da das nicht nur simuliert sondern auch unter realen Bedingungen funktioniert hat, recht gut gewappnet fühle!

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