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Medizin studieren

Das Ende des Sommers

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

27.10.2015

Wie eigentlich fast jedes Jahr fuhr ich die Strecke zurück nach Deutschland am Stück durch. Ich machte lediglich zwei Stunden Pause, nachdem meine Augenlider bedrohlich schwer geworden waren. Nach zunächst sintflutartigen Regenfällen hatte ich außerdem richtig gutes Reisewetter, sodass die ganze Fahrt nicht zu anstrengend war.

Daheim angekommen dachte ich zunächst: Wow, so viel kälter als in Südfrankreich ist es ja gar nicht, warum haben hier die Leute denn schon Jacken an? Irgendwie bin ich es einfach gewöhnt, nur mit Shorts und T-Shirt herumzulaufen. Deutschland hingegen hat offenbar schon einen Kälteeinbruch hinter sich und ich werde die kurzen Sachen wohl über den Winter verstauen müssen.

Dann aber merkte auch ich sehr schnell, dass der Sommer tatsächlich vorbei ist: Einen Tag nach meiner Ankunft fielen die angenehmen Temperaturen um zehn Grad und hässlicher Regen setzte ein. Wie ich es hasse, bei zehn Grad Außentemperatur morgens um sieben zur Arbeit fahren zu müssen! Aber gut, daran werde ich mich mindestens für die nächsten fünf Monate gewöhnen müssen.

Wenigstens macht die Famulatur, die ich jetzt wieder aufgenommen habe, immer noch Spaß. Ich darf immer mehr selbst machen und profitiere davon, bereits im August die Mitarbeiter kennengelernt zu haben, weil sie mich jetzt schon etwas besser einschätzen können. Die Ärzte kennen mich noch und lassen mir viel Freiraum. Eigentlich sind das ideale Voraussetzungen, um viel zu lernen. Unter Umständen nimmt mich einer der Anästhesisten nächste Woche sogar auf eine 24-Stunden-Notarzt-Schicht mit, sodass ich auch die Akut-Medizin aus nächster Nähe erleben darf. Ganz sicher ist das aber noch nicht, zunächst muss nämlich mit der Uni abgeklärt werden, ob das versicherungstechnisch funktioniert.

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