interaktiv

Medizin studieren

Fußball mit Flüchtlingen

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

12.11.2015

Einige Sprachbarrieren gibt es noch. Und wenn ich sage „einige“, dann meine ich eigentlich „ziemlich viele“. Aber die Sportart Fußball fungiert wunderbar als gemeinsame Sprache, die alle verstehen. Seit einer Woche unterstütze ich nun das Projekt „WelcomeMünster e.V.“, indem ich zusammen mit Flüchtlingen und einigen anderen freiwilligen Helfern aus dem Verein zweimal in der Woche Fußball spiele. „WelcomeMünster e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, der vor ungefähr einem Jahr von Studierenden ins Leben gerufen wurde. Er unterstützt zwei Flüchtlingsunterkünfte, wo er beispielsweise die Kinderbetreuung oder auch das Freizeitprogramm für Erwachsene übernimmt, aber auch ab und an Deutschkurse anbietet.

Ich habe bereits ein paar Jungs aus Afrika, aus Albanien und dem Kosovo kennengelernt. Sie erzählten mir von ihrer Flucht von Zuhause. Sie alle lebten in ihrer Heimat in Unsicherheit, fanden keine Arbeit, einige wurden politisch verfolgt. Die meisten sind alleine aufgebrochen. Es sind hauptsächlich junge Männer, die die Strapazen einer Flucht auch auf sich nehmen konnten. Sie suchen hier Schutz, sind motiviert, Deutsch zu lernen, sich zu integrieren und später auch zu arbeiten. Aber erst einmal sind sie froh, hier sein zu können und dass es hier Leute gibt, die mit ihnen gemeinsam Fußball spielen.

Was hat dieses Thema mit dem Blog zu tun? Ich finde es sehr interessant, wie die Grenzen der verschiedenen Fachbereiche meiner Universität überwunden und verschiedene Fertigkeiten zusammenführt wurden, um sie einem gemeinsamen Ziel unterzuordnen: anderen helfen. Es ist auch ein ganz neuer Teil meiner eigenen Freizeitgestaltung, die während des Studiums gut machbar ist. Ich engagiere mich und habe dabei gleichzeitig selbst Freude am Sport und den Kontakten. Traurig ist, dass alle Organisatoren aus dem Verein bald bereits ihren Bachelorabschluss haben werden. Einige werden vielleicht ihr Masterstudium in Münster beginnen, andere aber weggehen. Jedenfalls wird es eine hohe Fluktuation geben. Ein weiteres, sehr studentisches Phänomen, dem unbedingt entgegengewirkt werden muss.

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