interaktiv

Medizin studieren

Studienstiftung des Deutschen Volkes

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

28.12.2015

300 Euro Studienkostenpauschale. Dazu einen Zuschuss, der an das BAföG angelehnt ist. Ideelle Förderung durch Seminare wie die Sommerakademie, bei der wissenschaftliche Themen anderer Forschungsgebiete erarbeitet werden. Dabei den Titel "Stipendiat" tragen. Das hört sich nicht schlecht an. Ist es auch nicht. Aber verdammt schwer zu erreichen.

Nun hatte ich vor kurzem mein Auswahlverfahren in Bielefeld, zu dem ich aufgrund meiner Empfehlung, die meine Schule mir vor eineinhalb Jahren ausgestellt hatte, eingeladen wurde. Gefordert waren in der Bewerbung nur ein zwei- bis dreiseitiger Lebenslauf und das Ausfüllen eines Formulars. Auch fand keine Vorauswahl statt, es wurden alle Bewerber ungefiltert eingeladen, was durchaus jedem die gleiche Chance bietet, das Auswahlverfahren aber nicht einfacher macht.

Im Vorfeld erhielt ich die Information, dass ich einen siebenminütigen Vortrag vorzubereiten habe, an den eine Diskussion anzuknüpfen ist, die ich selbst moderiere. Wichtig ist, dass ein Thema aus dem persönlichen Interessensgebiet gewählt wird, das auch wirklich eine gute Grundlage für eine Diskussion bietet. Der Vortrag sollte ohne Hilfsmittel gehalten werden.

Zu Beginn des Auswahlseminars wurden wir in 6er-Gruppen eingeteilt, in deren Konstellation wir dann die Vorträge einander vorstellten und miteinander diskutierten. Dabei gab es Themen wie den Vegetarismus und seine ökologische, ethische und gesundheitliche Bedeutung, die Verantwortung in der Gesellschaft, das umstrittene Gesetz zur Sterbehilfe und die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft in der heutigen Zeit.

Für jede Gruppendiskussion standen insgesamt 25 Minuten zur Verfügung, wobei fünf Minuten der Vorstellung dienten, sieben dem Referat und 13 der Diskussion. Dies alles geschah unter strenger Beobachtung eines Kommissionsmitgliedes, das zusammen mit anderen darüber entscheidet, ob wir die Zusage für das Stipendium bekommen oder nicht. Es ist eine sehr belebende Erfahrung, ernsthaft mit anderen Menschen über Themen zu diskutieren, über die man sich bisher wenig Gedanken machte. Besonders spannend ist es, wenn alle sehr darauf aus sind, möglichst viel beizutragen. Das war auch für die Referenten sehr von Vorteil, weil sie sich dadurch nicht so alleingelassen fühlten.

Mit den Gruppendiskussionen war der erste Teil des Auswahlverfahrens geschafft.

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