zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

Medizin studieren

Wie es nun Fahrt aufnimmt und weiterläuft

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

12.02.2016

Die Klausurenphase ist eingeläutet. Die erste Praktikumsabschlussklausur in Chemie habe ich schon geschrieben. Besonders schwierig war sie nicht, da die Klausur sich kaum von den alten der vorherigen Semester unterschieden hat. Gut finde ich, dass von der Fachschaft organisiert wird, dass sich jeder eine Frage aus der Klausur merkt, um diese dann später zu sammeln. So können sich nachfolgende Semester gezielt auf die kommende Klausur vorbereiten. So lernt man zwar nicht wirklich, um Dinge zu verstehen, das kommt wirklich sehr kurz, sondern bloß, um nicht durchzufallen.

In meiner Vorstellung geht es im Studium allerdings eher darum, sich selbst Lerninhalte zu erarbeiten und sich das Wissen anzueignen, das man haben will. Die Universität ist ein Lehrgebäude, das Angebote stellt, die man nutzen oder auslassen kann; so habe ich das jedenfalls vermutet. Dass mir so viel vorgegeben wird, hätte ich nicht gedacht. Ich verstehe aber auch, dass wir uns in der Medizin erst einmal einen riesigen Wissensschatz aneignen müssen. Da führt kein Weg daran vorbei, Inhalte auch einfach mal auswendig zu lernen. Man muss nicht verstehen, warum der Oberarmknochen „Humerus“ heißt oder „Tight Junctions“ Zellen verbinden, man muss es wissen und behalten.

Praktika sollen uns eigentlich dabei helfen, die Theorie durch praktische Anwendung zu vertiefen und zu verstehen. Im Chemie- und Physik-Praktikum geht es allerdings nur darum, Versuche, deren Ausgang jedem von Vorneherein klar sind, durchzuführen und zu protokollieren. Wo bleibt da der Reiz?

Das erste Semester neigt sich bereits dem Ende zu. Terminologie, eine zweite Chemie-Klausur, Biologie und Anatomie muss ich noch schreiben. Am Anfang des zweiten Semesters steht Physik an, worauf ich mich ausschließlich in den Semesterferien vorbereiten werde. Die Vorlesungen besuche ich hier nicht mehr, weil es keinen Sinn macht, sich morgens so früh aus dem Bett zu quälen und immer wieder festzustellen, dass man kein Albert Einstein ist und mit der Physik doch nur ein befristetes Zwangsverhältnis eingehen möchte.

Ich habe das Gefühl, der Stapel an Materialien allein für das erste Semester überragt den des gesamten Stoffs für das Abitur bei Weitem. Ich verabschiede mich hiermit von meinem Leben und werde mich nun einschließen und lernen, lernen, lernen. Juhu!

Diesen Artikel teilen