interaktiv

Medizin studieren

Mäuse töten (Teil 2)

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

06.04.2016

Den praktischen Teil des Tierversuchskurses hatte ich noch vor mir. Anfangs war ich skeptisch, ob ich dabei Spaß haben werde, aber das legte sich schnell. Anders als erwartet mussten wir sie zunächst nicht töten, sondern vor allem den Umgang mit Mäusen, Ratten und Kaninchen üben, also das „Aus-dem-Käfig-Nehmen“ und sicheres Greifen, sodass die Tiere nicht abhauen können. Weil Medikamente auch oft an Ratten und Mäusen erprobt werden, lange bevor auch nur ein Mensch in die Nähe des Wirkstoffs gelassen wird, reichte es jedoch nicht aus, die Tiere nur festzuhalten.

Aber wie gibt man einer Ratte ein Medikament? Man kann ihr ja schlecht eine Pille in die Pfote drücken und sagen: „Mit nem ordentlichen Schluck Wasser kriegst du die schon runter!“ Entsprechend mussten wir lernen, wie man den Tieren Medikamente direkt in den Magen verabreicht, in den Bauch injiziert oder auch ganz klassisch in die Haut oder ein Blutgefäß spritzt. Selbstverständlich finden die Tiere das nicht besonders angenehm, sodass man schon aufpassen muss, das Tier nicht aus dem Griff zu verlieren, nicht gebissen, oder – im Fall von Kaninchen – getreten zu werden.

Das Töten stand dann aber doch auf dem Plan. Jedoch musste keiner von uns Teilnehmern diesen unschönen Part aktiv übernehmen, lediglich eine Ratte wurde exemplarisch mit Kohlenstoffdioxid vergast. Laut Tierschutzverordnung müssen Labortiere ohnehin umgebracht werden und der Tod dieser Ratte hatte letztlich noch einen Sinn: Ein Tierarzt brachte uns die Anatomie von Nagern näher und ich konnte Unterschiede zu der des Menschen sehen. Aber ehrlich gesagt, so groß sind diese auf den ersten Blick gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn man bedenkt, wie grundlegend anders Mäuse oder Ratten rein äußerlich im Vergleich zu Menschen aussehen.

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