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Medizin studieren

Knochen, Bänder und Sehnen

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

03.06.2016

Der Prüfer deutet auf die Wirbelsäule und bittet mich, ihm die Wirbelkörper zu erklären und alles Wissen, das ich in den letzten Tagen in mich aufgenommen habe, sprudelt nur so aus mir heraus, Begriffe wie Corpus vertebrae, Arcus vertebrae mit Pediculus und Lamina fallen.

Dann wird mir das Modell eines Knies gereicht. Ich drehe es in meinen Händen und erkläre dem Prüfer die Besonderheiten der Außenbänder. Auf das Verwachsen des Innenbandes mit der Gelenkkapsel deutend erkläre ich ihm, dass der mediale Meniskus anfälliger für Verletzungen und unbeweglicher sei, als es der äußere Meniskus ist. Er nickt zustimmend, doch wirklich zufrieden wirkt er nicht. Stattdessen bittet er mich bereits, ihm die Löcher der inneren Schädelgrube zu erläutern. Ich rufe mein Wissen dazu ab, dann ist es bereits vorbei. Ich sehe, wie er auf meiner Karte unterschreibt und schließe daraus, dass ich bestanden habe, ohne dass er es jedoch deutlich zur Geltung bringt. Etwas ungläubig und mehr als erleichtert stolpere ich aus dem Prüfungssaal.

Intensiv. Dieses Adjektiv beschreibt sehr gut, wie die fünf Tage vor dem ersten Testat verliefen. Drei Vorbereitungstage wurden uns gewährt, dazu musste das Wochenende genutzt werden, um den anstehenden Stoff zu bewältigen. Der Zweck war dieses wirklich kurze Testat, das vielleicht 90 Sekunden dauerte. Eigentlich ein Witz, sich so sehr anzustrengen, um dann, mit etwas Glück in der Themenauswahl, zu bestehen – denn mein gesamtes Wissen wurde in den 90 Sekunden wohl kaum beleuchtet.

Der erste wichtige Schritt des zweiten Semesters ist geschafft. Jetzt heißt es, sich auf Biochemie, den Präparier-Kurs und die medizinische Psychologie zu konzentrieren, die im Laufe der nächsten Monate Thema sein werden.

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