interaktiv

Medizin studieren

Eine Reise in den Körper des Menschen

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

17.06.2016

Akribisch achte ich darauf, die Lederhaut vom Fett zu trennen, nach und nach arbeite ich mich mithilfe von Skalpell und Pinzette durch das Gewebe und versuche dabei, möglichst keine Venen zu verletzen. Mein Ziel ist es, den hinteren Oberschenkel freizulegen. Richtig: Der Präparationskurs hat begonnen! Seit dem ersten Semester haben meine Kommilitonen und ich uns diese Veranstaltung herbeigesehnt, weil wir uns davon einen großen medizinischen Bezug erhoffen. Uns ist klar, dass das ein wirklich herausforderndes Semester wird, weil wir viel Stoff bewältigen müssen, aber vor allem, weil wir hier am Körper eines toten Menschen arbeiten, der sich zu Lebenszeit dazu bereit erklärt hat, seinen Körper nach dem Tod für medizinische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Es ist wirklich interessant, alles, was man bisher nur in Lehrbüchern gelesen hat, tatsächlich zu sehen. Doch es bleibt auch ein mulmiges Gefühl dabei: Manchen fällt es ganz leicht, einen toten menschlichen Körper aufzuschneiden und sich intensiv damit zu beschäftigen. Andere hingegen haben Hemmungen und machen sich Gedanken darüber, ob das, was sie da gerade machen, moralisch wirklich in Ordnung ist. Viele Fragen kursieren auch in meinem Kopf, wenn ich vor den toten Körpern stehe: Was war das für ein Mensch? Wie hat er gelebt, woran ist er gestorben, was hat ihn bewegt?

Natürlich haben wir einige Informationen erhalten, wie mit all dem umzugehen ist. Dennoch bin ich jedes Mal ziemlich angespannt und nervös.

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