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Medizin studieren

Frei

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

20.10.2016

Semesterferien. Manche bezeichnen so ein paar Wochen, vielleicht eineinhalb Monate, wie damals in der Schule die Sommerferien. Aber niemand denkt daran, drei Monate lang frei zu haben. Auch ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, so viel Zeit zu haben. Schon in den vorigen Semesterferien habe ich viel weniger geschafft als ich schaffen wollte. Gelernt habe ich daraus aber nichts, sondern mir sogar noch mehr vorgenommen, das ich dann bestimmt wieder nicht machen werde. Mehr Sport steht auf dem Programm, Blog-Einträge schreiben, politisches Engagement im Kreisverband ebenso, aber vor allem will ich Bücher und Zeitungen lesen, einen Online-Studiengang belegen, eine Sprache lernen, vor Ort in einer Flüchtlingsunterkunft helfen und arbeiten. Doch schleichen sich immer wieder Zeitfresser ein, die sich Serien nennen und geguckt werden wollen. Das zweite Semester hat auch noch eine weitere Sache mit mir gemacht: Ich habe stets das Gefühl, produktiv sein zu müssen. Es muss keine große Menge sein, wenige Stunden reichen, um mir das Gefühl zu geben, viel geschafft zu haben.
Was ich gerne versuchen wollte, ist, in den Ferien die Dinge zu machen, für die im Semester angeblich keine Zeit ist. Musik machen beispielsweise. Kaum mehr nehme ich meine Gitarre in die Hand und spiele einfach, weil ich immer das Gefühl habe, dass ich stattdessen eigentlich etwas für die Uni tun sollte. Dass es vielen ähnlich geht, habe ich über während des Semesters bemerkt. Einige meiner Kommilitonen sagen, dass das Semester ist keine normale Zeit, der Fokus liege auf dem Lernen, nicht auf dem Leben.
Aber ich kann doch nicht drei bis vier Monate lang mein Leben und alle Aktivitäten aufgeben, wenn das Semester läuft. Ich sehe ein, dass dann weniger Raum für die Freizeitgestaltung ist, aber sie darf nicht komplett abhanden kommen.

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