interaktiv

Medizin studieren

Noch mehr Rückschläge

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

04.11.2016

Frisch zurück aus den Alpen kehrte ich höchst motiviert von meinem Kletterausflug zurück ins Labor. Ich hatte mir vorgenommen, ein Experiment nach dem anderen durchzuziehen, To-Do-Listen abzuarbeiten, ranzuklotzen. Nach drei Wochen im Labor erledige ich die meisten Arbeitsschritte mittlerweile schon alleine. Ich habe das Gefühl, einigermaßen zu wissen, was ich tue. Lediglich bei organisatorischen Dingen muss ich mir noch helfen lassen, etwa, wo das Triethanolamin steht, wo der Zweit-Antikörper ist oder wie lange ich warten muss, bis ich ein Gerät bedienen kann.
Getragen von dem Gefühl, alles nehme seinen Gang und die To-Do-Liste schrumpfe, machte es mir nichts aus, jeden Tag fast zehn Stunden im Labor zu stehen. Freudig stand ich am Ende der dritten Woche auf, um meine Ergebnisse zu überprüfen. Aber: Es gab keine. Aus einem bisher noch nicht bekannten Grund war die ganze Arbeit der Woche umsonst gewesen, die Experimente hatten nicht funktioniert.
Das war für mich ein herber Schlag ins Gesicht, hatte ich mich doch so sehr gefreut, nach einer motivierten, gefühlt produktiven Woche die Früchte der Anstrengungen zu ernten. Tja, das war wohl nichts. Ein wenig trösteten mich die Versicherungen meiner Kollegen und Betreuer, dies sei gang und gäbe im Laboralltag. Aber anders wäre mir das natürlich lieber gewesen. Also nochmal alles von vorne nächste Woche, beziehungsweise erstmal versuchen, den Fehler zu finden – wenn es denn einen gab. Das ist nämlich das Perfide: Oft gibt es keinen sichtbaren Fehler. Manchmal funktionieren Experimente, manchmal eben nicht.

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