interaktiv

Medizin studieren

Laboralltag

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

23.11.2016

Irgendwie hatte ich mich ja darauf gefreut, dem normalen Studium den Rücken zu kehren und ins Labor zu wechseln. Ein geregelter Tagesablauf ohne freie Zeiteinteilung, dafür freie Wochenenden und keine Lernphase – soweit meine naive Erwartung.
Tatsächlich deckt sich vieles davon mit der Realität: Jeden Tag um 8 Uhr stehe ich im Labor, weiß grob, was zu tun ist, und habe mittlerweile eine Routine entwickelt: beschriften, pipettieren, warten, beschriften, pipettieren, warten; zwischendurch mal zentrifugieren oder so lange warten, dass es sich lohnt, das eine oder andere Paper zu lesen. Das, soviel ist schon mal positiv zu vermerken, geht tatsächlich immer schneller. Während ich mich anfangs noch mühsam von Satz zu Satz hangelte, meine ich zunehmend zu wissen, was für mich relevant ist. Die Wochenenden hatte ich bislang weitgehend frei – wobei das nichts heißen muss, das kann sich noch ändern.
Schön und gut, aber wo ist der Haken? Die Erfolgsquote beispielsweise könnte etwas höher sein. Wenn Experimente, die bereits klappten, auf einmal nicht mehr so wollen, wie man sich das vorgestellt hat, ohne dass man am Vorgehen etwas geändert hat, dann ist das ziemlich frustrierend. Genauso, wenn man zwei Wochen tagein tagaus das Gleiche macht. Einzig die Mengen der verwendeten „Zutaten“ für die Reaktionen ändern sich und das Errechnen wird komplizierter.
Der Tag an sich kann also schon etwas öde werden. Alles in allem macht mir die ganze Sache jedoch immer noch Spaß. Das letzte Erfolgserlebnis ist zwar schon etwas her, aber ich bin mir sicher: Es wird auch wieder besser werden!

Diesen Artikel teilen