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Medizin studieren

Neue Verantwortung

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

30.12.2016

Erst Abitur, dann vielleicht noch ins Ausland oder einen Freiwilligendienst machen, anschließend ins Studium starten, um danach in den Beruf einzusteigen und damit die Grundlage fürs eigene Leben zu schaffen – so stellen sich das einige von uns vor. Aber wann entspricht das Leben schon den Vorstellungen, die man davon hat?
Ich komme deshalb darauf, weil ein Kommilitone vor einer Woche Vater geworden ist. Im Vorfeld hatte er mir oft erzählt, dass er es kaum erwarten könne, aber auch Angst habe, ein Kind nicht großziehen zu können. Zwar sei er schon 28 Jahre alt, aber doch noch gar nicht richtig reif dafür, eine Familie zu haben, die Aufgabe erscheine so groß. Nun hat seine Frau das Kind geboren und alle Zweifel scheinen wie ausgeräumt. Im Gegenteil – ihm stehen Glück und Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben, auch wenn er ein wenig müde dreinblickt. Er wirkt bereit, weil er es muss und will.
Wenn sich bei Freunden neue Situationen ergeben, denke ich darüber nach, wie es mir ergehen würde. Ich bin 20 Jahre alt, habe einen Freiwilligendienst gemacht, studiere seit einem Jahr und arbeite nebenbei, engagiere mich viel – aber ein Kind? Ich selbst bin doch noch kein fertiger Mensch, finanziell nicht abgesichert und arm an Lebenserfahrung. Dazu wüsste ich nicht, wie ich genug Zeit aufbringen könnte, ein Kind zu erziehen, gleichzeitig zu studieren und nebenher zu arbeiten, weil ein Kind nun mal viel Geld kostet. Auch bestimmt der Nachwuchs die nächsten Lebensjahrzehnte enorm, nichts wird jemals wieder so sein, wie es jetzt ist. Würde ich das schaukeln können, wenn meine Freundin plötzlich sagen würde, sie sei schwanger? Wie würden die nächsten Jahre aussehen? Man wird glücklicherweise nicht alleine gelassen. Weder von seiner Familie noch vom Staat. Es gibt das Eltern-Bafög und auch die Möglichkeit, sein Studium für mindestens ein Semester auszusetzen, um das neue Leben zu betreuen. Die Herausforderung wäre dennoch immens. Und ich habe Respekt vor allen, die ein Kind während des Studiums großziehen oder großgezogen haben. Chapeau!

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