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Medizin studieren

Ohne Probleme

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

15.03.2017

Auf dem Zettel stehen: Blut, Kreislauf, Leistung und Säure-Basen-Haushalt. Das Fach? Wieder einmal Physiologie, wieder ein Testat, wieder waren wir zu viert in der Prüfung. Die Anspannung war deutlicher zu spüren bei diesem zweiten Testat, denn hinterher standen noch zwei weitere Prüfungen an. Außerdem war das Klausurenthema – Lunge, Niere und Herz und ihre Unterthemen, etwa Funktion und Mechanismen auf molekularer Ebene– wenig greifbar, weil man es in ausuferndem Maße lernen konnte – oder aber in einem sehr entspannten.
Unser Prüfer war anspruchsvoll, keine Frage. Er hat aus jedem von uns viel rausgekitzelt, wollte, dass wir Transfer-Fragen lösen, um zu schauen, ob wir wirklich auf Verständnis gelernt haben. Eine halbe Stunde dauerte diese Prüfung wieder, jeder von uns hatte ungefähr gleiche Redeanteile. Interessanterweise fiebert man bei den anderen viel mehr mit, als bei sich selbst. Eine Kommilitonin hatte zwischendurch sichtlich Probleme. Es ging um Gefäße und wie sich diese unterteilen lassen. Normalerweise teilt man den Blutkreislauf in einen Körper- und einen Lungenkreislauf auf. Dazu kann man erwähnen, dass wir ein Hoch- und ein Niederdrucksystem haben. Die großen und kleinen Arterien und Arteriolen bilden das erste System, die großen und kleinen Venen, Venolen und Kapillaren das zweite. Der Prüfer wollte lediglich von ihr hören, welche Arten von Gefäßen es gibt. Sie erzählte und erzählte, aber fand die Antwort nicht. Da beginnt man ein wenig zu zittern und hofft einfach, dass die Person es schafft und auf die Antwort kommt.
Die Physiologie ist ohnehin ein spannendes Fach. Zum einen, weil man viel praktische Arbeit leistet, mit ersten diagnostischen Werkzeugen in Berührung kommt und lernt, Werte zu interpretieren und Diagnosen zu stellen. Zum anderen, weil man zu allem abstrakten Wissen aus der Biochemie und der Anatomie einen funktionellen Rahmen bekommt: Warum ist etwas aufgebaut, wie es aufgebaut ist? Wieso atmen wir so kontinuierlich, unwillkürlich und ohne große Anstrengung?
Während meiner Vorbereitung auf das Testat hatte ich mit Fragen gearbeitet, die im Physikum gestellt werden. Dort ging es mehr in die Tiefe als in der Physiologie, weshalb ich mir Sorgen machte, ob wir gut genug vorbereitet worden sind. Aufgrund einer recht schlechten Vorlesung, die viele Lücken ließ, werde ich da noch Wissen aufzuarbeiten haben.

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