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Medizin studieren

Die letzte Hürde

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

05.04.2017

Eine noch. Eine letzte Prüfung. Makroskopische Anatomie, Zentrales Nervensystem, die beiden Physiologie-Testate und Biochemie habe ich bereits bestanden. Nun trennt uns nur noch die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, von den lang ersehnten Semesterferien.
Der Kurs, den wir in der Histologie belegten, umfasste zwei Termine in der Woche, die jeweils drei Stunden dauerten. Insgesamt war dieser Kurs eher schlecht als recht, weil wir nicht nur mit dem Stoff hinterher waren, sondern mehr Details im Vordergrund standen, wenig wurde aus meiner Sicht für das allgemeine Verständnis getan. Das freie Mikroskopieren war zwar okay, aber nicht so richtig effektiv – aber das hatte ich ja in meiner Hand, geht auf meine Kappe. Sehr entgegenkommend war, dass uns ein Intensivkurs angeboten wurde, der an drei aufeinanderfolgenden Abenden von 18 bis 20 Uhr stattfand. Dort erzählten uns studentische Hilfskräfte die wichtigsten Infos zu ausgewählten Themen, um uns das Lernen ein wenig zu erleichtern.
Wir hatten alle großen Respekt vor dieser Klausur. Meine Freundin und ich bereiteten uns gemeinsam vor: Wir gingen übergreifende Themen wie Bindegewebe, Nervenfasern und Muskeln durch, schauten uns erneut an, wie Knochen entstehen, wie Faserknorpel aussehen, was Luschka-Gänge sind und ob Rokitansky-Aschoff-Falten zu dem gleichen Organ wie diese gehören, nämlich zur Gallenblase.
Normalerweise bedienen sich Dozenten, die eine Klausur entwerfen, aus einem Pool von Fragen. So kam immer ein gewisser Prozentsatz von Aufgaben bereits in alten Klausuren vor, was für uns Studierende natürlich klasse ist. Dadurch können wir einfach Antworten auswendig lernen und machen damit schon viele Punkte gut. Dieser Dozent hat jedoch ausdrücklich betont, dass er keine einzige Altfrage nehmen wolle – ein bisschen unfair, fanden wir.
Trotzdem, 42 Punkte sind es für mich geworden. Ungläubig ließ ich mich aufs Bett fallen, als ich zu Hause die Ergebnisse bekam. Das war mit Abstand mein bestes Semester. Zwei Klausuren, beide über 40 Punkte – ich habe es geschafft. Und die meisten meiner Freunde auch. Es fällt wieder eine große Last von mir ab. Jetzt ist Entspannung angesagt.
Und Arbeit, aber dazu später mehr.

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