interaktiv

Medizin studieren

Blockpraktikum

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

09.06.2017

In diesen Ferien durfte ich nicht nur ein-, sondern gleich zweimal in die Klinik, um voller Elan das frisch Gelernte anzuwenden. Nach dem ersten miserablen Blockpraktikum (ich berichtete in „Der größte Mist auf Erden“) konnte es ja nur besser werden. Das Phänomen, das bei Statistikern als „Regression zum Mittelwert“, also die Rückkehr von einem Extremwert zu einem Durchschnittswert, bekannt ist, bescherte nun auch mir ein erträglicheres Praktikum: ein strukturierter Stundenplan, motivierte Fach- und Assistenzärzte und fürsorgliche Oberärzte, die ihren Job, sich um Studierende zu kümmern, auch tatsächlich ernst nahmen. Und wir dankten es ihnen mit entsprechender Motivation und Einsatzbereitschaft. Ich sage viel lieber kurz vor Dienstschluss: „Okay, den Patienten nehme ich noch mit auf“, wenn ich den bisherigen Tag über das Gefühl vermittelt bekommen habe, nicht irrelevant, sondern klinischer Nachwuchs zu sein.
Was man Patienten dabei manchmal „beibringen“ muss, ist aber nicht ohne: Viele kommen ins Uniklinikum und denken, sie werden nur von Professoren behandelt. Entsprechend groß sind dann meist die Augen, wenn sie zu hören bekommen: „Guten Tag, ich bin Medizinstudent im siebten Semester und werde Ihnen jetzt einen Zugang legen.“ Vielen ist das dann gar nicht recht, woraufhin man manchmal erklären muss, dass Unikliniken eben auch dafür da sind, neue Ärzte anzulernen. Und dass sie bei der Aufnahme in eine Uniklinik in aller Regel unterschreiben mussten, damit einverstanden zu sein, vom Nachwuchs behandelt zu werden, da sie sich in einem Lehrkrankenhaus befinden.
In der Regel sind solche verbalen Zeigefinger jedoch nicht nötig. Der Großteil der Patienten ist nämlich sehr hilfsbereit und freut sich darüber, dass der eigene Fall der künftigen Ärztegeneration helfen kann!

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