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Medizin studieren

Klettern am Meer

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

16.06.2017

Nach dem zweiten Blockpraktikum war ich mal wieder urlaubsreif. Da die Kletterhalle in Münster leider schließt und mein Kletterpartner weggezogen ist, bleibt mir momentan nichts anderes übrig, als mich mit dem Bouldern abzufinden – auch nett, aber aus meiner Sicht nicht so gut wie Klettern.
Aus diesem Grund ging es für mich zunächst für ein paar Tage in die provenzalischen Alpen zum Klettern. Etwas unterschätzt hatte ich dabei, dass die Sonne tagsüber zwar angenehme 20 Grad bescheren kann, auf knapp 1000 Metern aber auch jetzt noch in der Nacht Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen können. Und so musste ich die wohl kälteste Nacht meines Lebens in meinem Bus verbringen, mehr zitternd als schlafend. Wie zum Hohn der überstandenen Nacht wurde es, sobald die Sonne auf das Auto schien, innerhalb von zehn Minuten unerträglich warm. Immerhin war ich noch rechtzeitig vor der Tür, um zu sehen, dass das Geschirrhandtuch über Nacht zu einer Rolle gefroren war …
Bei einer der Klettertouren in den folgenden Tagen geschah dann noch Filmreifes: Die ohnehin schon recht flugwütige französische Luftwaffe hatte beschlossen, in „unserem“ Tal Manöver zu fliegen. Und so fanden sich mein Seilpartner und ich etwa 150 Meter über dem Boden in einer Situation à la „Mission Impossible“ wieder: Zwei Kampfjets zogen 100 Meter über unseren Köpfen hinweg über die Wand, die wir gerade erklettern wollten. Zu dem Zeitpunkt eher erschreckend als cool, jetzt aber eine ganz nette Anekdote.
Um etwas wärmere Nächte zu erleben, beschlossen wir, uns weiter Richtung Süden aufzumachen. Ziel waren die Calanques, ein Nationalpark bei Marseille. Dort lässt es sich paradiesisch klettern, es ist wie im Bilderbuch: blaues Meer, fjordartige Buchten und Wände, die praktisch auf Meereshöhe beginnend – ein Eldorado für die Kletterszene Marseilles.

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