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Medizin studieren

Bahn-Memoiren

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

12.07.2017

Ich finde, es wird zu viel über die Bahn gelästert und das mit einer Aggression, die ich oft geradezu erschreckend finde. Hier mal 20 Minuten Verspätung, dort vielleicht fünf, ab und zu auch schon mal 120. Aber hey, wer stand nicht auch schon mal im Stau auf der Autobahn? Und noch ein Gedanke: Wer würde es wagen, seinem Bekannten zu sagen: „Ich starte um 11 Uhr in Hamburg mit dem Auto und werde um 17.23 Uhr da sein.“? Und wer würde, sollte es dann doch 18 Uhr werden, über die Unzuverlässigkeit der deutschen Autobahnen schimpfen?
Ich bin schon viel Bahn gefahren und muss sagen: In den meisten Fällen läuft alles reibungslos: Ich komme fast immer pünktlich an, reise stressfrei und kann wesentlich mehr erledigen als in einem stickigen Fernbus, meinem eigenen Auto oder dem einer Mitfahrgelegenheit. Deshalb finde ich es traurig, wie undifferenziert viele Leute über die Bahn herziehen.
Klar, lustige Geschichten, teils sogar extrem nervige, gibt es zuhauf. Beispielsweise bin ich gerade inspiriert von sich nicht öffnenden Zugtüren, die dazu führen, dass, während ich diesen Text in meinen Laptop tippe, eine nicht enden wollende Prozession von Umsteigenden zu „der einen offenen Tür in Wagen elf“ zieht. Die meisten nehmen es mit Humor. Aber es gibt schon auch das ein oder andere Wutbürger-Gesicht, dem der stressbedingte Bluthochdruck schon anzusehen ist. Vielleicht sollte ich der Bahn auch einfach für ihren Beitrag danken, dass mir später die Patienten nicht ausgehen …

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