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Medizin studieren

Schlussspurt?

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

24.08.2017

Ich habe schon sehr viel Zeit im Labor verbracht, viel passiert ist jedoch nicht. Mein Projekt scheint nicht das zu halten, was es ursprünglich versprach. Das ist zunächst absolut nicht verwunderlich, da der allergrößte Teil naturwissenschaftlicher Forschung geprägt ist vom „hm, das war nichts, keine Ahnung, warum!“. Ein „geil, genauso habe ich das erwartet!!“ kommt derart selten vor, dass man praktisch nur desillusioniert an ein solches Projekt herangehen kann.
Mich hat das vergangene Jahr, um es mal drastisch auszudrücken, ziemlich frustriert. Mittlerweile denke ich, dass ich vielleicht schon vor sieben bis acht Monaten die Reißleine hätte ziehen sollen, aber was soll’s …
Es ist ja nicht so, als hätte ich keine Resultate vorzuweisen. Aber für großartige Erkenntnisse reichen sie nicht aus. Ich werde sicherlich eine Doktorarbeit daraus zimmern können, mit der ich keine Angst vor Überprüfung haben muss. Aber die Idee, mal in die Wissenschaft hineinzuschnuppern, um dort vielleicht auch zu bleiben (die Hoffnung meines Doktorvaters), habe ich mittlerweile mit ziemlicher Gewissheit an den Nagel gehängt. Manche Leute haben Glück und ihre Vorhaben laufen. Bei manchen Leuten läuft wenig, aber sie sind dennoch so fasziniert, dass sie dabei bleiben. Dieser Enthusiasmus, das weiß ich jetzt nach elf Monaten, fehlt mir.
Ich hake meine Forschung als Erfahrung ab, die ich keineswegs bereue, gemacht zu haben. Sie ist für meine Promotion ja auch unerlässlich. Für diese muss ich abschließend noch ein paar Experimente durchführen. Und dann schreibt sich die Dissertation natürlich auch nicht von alleine. Aber meine Hoffnung, in einem Jahr fertig zu werden, könnte gar nicht so unrealistisch sein!

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