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Medizin studieren

Volle Kraft voraus

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

11.09.2017

Das Ende war in Sicht: Mit meinem Doktorvater hatte ich ein weiteres Treffen vereinbart, um über den Fortschritt meines Projektes zu sprechen und zu klären, wie es für mich nun weitergehen würde.
Einen richtigen Zeitplan hatte ich mir ja nie erstellt. Meine Devise lautete: Einfach mal rein ins Labor und drauflosforschen. Woher sollte ich wissen, wie Wissenschaft funktioniert? Eine gewisse Skepsis legte ich von vornherein an den Tag, aber derart viele Rückschläge hatte ich nicht erwartet. In meinem Hamsterrad sitzend ackerte ich Woche um Woche, zum Ende hin auch Wochenende um Wochenende im Labor vor mich hin, um fleißig Daten zu sammeln. Immer wieder setzte ich große Hoffnungen auf Experimente, musste dann aber, nach einem durchgearbeiteten Wochenende und wenig Schlaf, erkennen, dass die Ergebnisse nicht bahnbrechend, spannend oder eindeutig waren, sondern diffus, kompliziert und absolut nicht einzuordnen. So war zumindest mein Eindruck.
Das letzte Gespräch mit meinem Doktorvater sollte sich dafür als ziemlich aufbauend erweisen. Im Gegenteil zu mir, fand er die Ergebnisse keineswegs nichtssagend und unbedeutend, sondern betonte immer wieder, dass man große Projekte nicht innerhalb von zwölf Monaten publikationsreif hinbekäme. Daher könne ich mit meinen Ergebnissen durchaus zufrieden sein.
Damit ist die Laborarbeit für mich beendet. Was ich herausgefunden habe, reicht allemal für eine Doktorarbeit. Für mich ist das eine der größten Erleichterungen der letzten Monate. Nun kann ich mich ab Oktober – nach einem großen, erholsamen Urlaub in Frankreich, Spanien und Portugal – voller Elan an das Erstellen meiner Dissertation machen!

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