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Medizin studieren

Physikumslogbuch - Eintrag 4

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

04.10.2017

Nun ist er da. Der Moment, in dem sich zeigt, was ich in den vergangenen Wochen gelernt habe, ob ich genug investiert habe, mich für die richtige unter fünf Antworten entscheiden kann und mit dem ständigen Wechsel verschiedener Themen zurechtkomme. Das schriftliche Physikum wurde an zwei Tagen geschrieben. Der erste umfasste die Fächer Chemie, Physik, Physiologie und Biochemie. Meine Nackenhaare stellen sich auch jetzt noch bei dem Gedanken an diese Fächer auf. Als ich in der Prüfung saß, habe ich mir den zweiten Tag herbeigesehnt, der aus Anatomie, Histologie, Biologie, Psychologie und Soziologie besteht. Beide Teile umfassten 160 Fragen. Wichtig war es, insbesondere die großen Themen wie Biochemie und Anatomie weitestgehend richtig zu beantworten.
Vier Stunden Zeit haben wir an jedem Tag bekommen, ungefähr 90 Sekunden standen also für jede Aufgabe zur Verfügung. Ich habe größtenteils mit dem „Thieme Examen Online“ vom Thieme-Verlag alte Aufgaben gelernt. Meine Durchschnittszeit dort betrug 28 Sekunden, ein Drittel der Zeit. Ich machte mir in der Prüfung also keine Sorgen darum, alle Aufgaben bearbeiten zu können. Nur entschied ich mich oftmals vorschnell, weshalb meine Trefferquote nicht immer die beste war.
Was sicherlich auch der eine oder andere kennt, ist, dass die Nervosität ein Brett vor dem Kopf hervorruft. Die Aufgaben aus der Physik, bei denen man rechnen musste, habe ich alle beim ersten Versuch falsch gemacht – außer ich hatte sie wirklich oft geübt. Ich schob sie aufs Ende der Prüfung hinaus und konnte mir so noch drei oder vier Punkte sichern. Also mein Credo: Nervosität akzeptieren und die schweren Aufgaben zum Schluss bearbeiten, als Bonus.
In der Anatomie und Histologie erhielt man ein Heft voller Bilder, zu denen im Aufgabenheft Fragen gestellt wurden. So wurden mikroskopische Aufnahmen in der Histologie, präparierte Körperteile oder einfach Körperoberflächen gezeigt. Teilweise zeigten die Aufnahmen nur kleine Ausschnitte und besonders in der Mikroskopie muss man das eine Detail finden, das einem den Weg weist. Der zweite Tag ließ sich aber um einiges schneller bearbeiten als der erste und fiel auch bei den meisten besser aus.
Die offiziellen Ergebnisse gibt es erst einige Wochen nach der Prüfung. Auf der Internetseite von Medi-Learn kann man seine Antworten aber bereits eintragen und sie mit anderen Prüflingen vergleichen. Außerdem bearbeitet ein Team von Medi-Learn selbst alle Fragen, sodass man abschätzen kann, wie gut man gewesen ist. Ungläubig glitt ich in den Stuhl, als ich das geschätzte Ergebnis sah – es könnte eine zwei werden.

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