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Medizin studieren

Bremsen?

An sich läuft mein Bus wie geschmiert – von einer einzigen, dummen Bremse einmal abgesehen. Das zickige Biest hatte sich nämlich nach einer Nacht auf sehr abschüssigem Gelände festgesetzt. Denn leider hat der T4 einen Konstruktionsfehler: Das Anziehen der Handbremse kann dazu führen, dass sich die Bremsbacken an den Hinterrädern auf den Bremsscheiben festsetzen. Dieses Problem war mir bekannt, aus dem Grund vermeide ich den Gebrauch der Handbremse auch immer. Aber in dieser Nacht ging es leider einfach nicht anders, wollte ich doch nicht des Nachts eine steile Bergstraße hinuntersausen, ohne am Steuer zu sitzen.
Am nächsten Tag jedoch bereute ich die Wahl des Schlafplatzes. Als ich nach zehn Kilometer langer Abfahrt im Tal eine kleine Pause beim Bäcker einlegte, stieg mir verbrannter Bremsgeruch in die Nase. Alle Alarmglocken läuteten und mir war klar, dass ein Besuch in einer Werkstatt unabdingbar war. Ohne ein Wort Spanisch zu können, machte ich mich also auf die Suche nach einer Werkstatt. Glück im Unglück – nach 500 Metern wurde ich schon fündig. Doch wie das Problem vermitteln? Hilfe kam in Form eines schweizerischen Pärchens, ihrerseits mit Problemen am Kühler. Des Spanischen mächtig, machten sie den Mechaniker mit meiner Bremse vertraut und siehe da: 20 Minuten und zehn Euro später lief der Bus wieder. Das wird mir eine Lehre sein!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 2, 2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 2, 2017

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Die grünen Berge von Kantabrien

Die nordspanische Küste ist, anders als ihr französisches Pendant, sehr gebirgig. Was also tun, wenn mal wieder die Wellen ausbleiben? Genau, einen Abstecher ins Landesinnere wagen, in eines der vielen kleinen, aber feinen Klettergebiete. Diese liegen versprenkelt über zweihundert Kilometer zwischen Asturien und Kantabrien.
Der Ausgleich zum Surfen ist perfekt. Ein, zwei Tage Meer-Abstinenz, dafür aber schöne Kalkstein-Routen inmitten malerischer Natur – besser geht es kaum.
Dumm nur, dass die Bezeichnung „grüne Felsen“ nicht von ungefähr kommt: Es regnet viel. Diese Woche leider viel zu viel. So viel, dass Klettern, Sachen trocknen, lecker kochen im Freien, wandern unmöglich und gute Laune haben sehr schwer wird. Aber Sitzfleisch habe ich mir in den vielen Klausurphasen antrainiert. Und so warte ich gutes Wetter, bessere Wellen, trockene Felsen und meine wiederkehrende Zuversicht einfach ab. Schon jetzt freue ich mir ein Loch in den Bauch bei der Aussicht, in ein paar Wochen in Galizien altbekannte Strände abzuklappern und den guten Wellen nachzujagen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Oct 27, 2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Oct 27, 2017

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Fehlentscheidungen

Tagelang wartet man auf die perfekten Wellen. Sieht in den Vorhersagen ganz am Ende einen Trend. Freut sich tags darauf, dass die Vorhersage zu stimmen scheint.
Man liest im Surfführer, welcher Strand für diese Wellen geeignet sein könnte. Bei dieser Gezeit, bei diesem Wind und den Wellen aus dieser Richtung, wird es da in Bakio perfekt sein? Oder sollte ich doch lieber nach Mundaka? Aber was, wenn da wirklich so viele aggressive einheimische Surfer im Wasser sind? Lauter Fragen, die ein Büchlein zu beantworten versucht, aber dies eben nur eingeschränkt vermag.
Schlussendlich muss ich mich auf meinen Instinkt verlassen – und der lag leider vor ein paar Tagen falsch. Die Wellen waren dort, wo ich war, gut. Aber eben nicht so gut wie ein paar Kilometer weiter. Das erfuhr ich leider erst, nachdem ich nach einer mittelmäßigen Surfsession weiter gen Westen fuhr und an einem anderen bekannten Spot hielt. Dort ist laut den anderen Surfern eine richtig gute Welle gebrochen. Also einfach nochmal rein? Nein, so einfach geht das nicht. Der circa sechsstündige Wechsel zwischen Ebbe und Flut hat diese tolle Welle innerhalb einer halben Stunde in ein unsurfbares „Schwabbelmonster“ verwandelt. Und in drei Stunden soll der Wind drehen! Also weiter zum nächsten Strand, der vor eben diesem Wind geschützt liegt. Doch dort verhält sich alles anders als vorhergesagt. Mein sonst ganz guter Instinkt versagte an diesem Tag auf ganzer Linie. Zurück bleibt das bittere Gefühl, ziemlich gute Wellen ziemlich mies genutzt zu haben.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Oct 24, 2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Oct 24, 2017