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Medizin studieren

Murphy’s Law - 2

Gerade hatte ich mich damit abgefunden, einen großen Teil meines Winterurlaub-Budgets für einen neuen Rechner ausgeben zu müssen, da kam der Anruf aus der Autowerkstatt, wo mein Bus auf seine Hauptuntersuchung wartete.
Ausgegangen war ich von reiner Routine: Dienstag in die Werkstatt, Donnerstag mit neuem TÜV wieder vor meiner Haustür. Aber wenn alles schiefgeht, geht eben wirklich alles schief.
„Tolles Auto haben Sie da, echt guter Zustand, ABER es muss leider was gemacht werden, damit der die Plakette bekommt.“ Kostenpunkt: Faktor zehn der einkalkulierten Kosten. Puh. Das war heftig, nach dem Anruf wusste ich erstmal nicht weiter.
Hatte ich irgendetwas verbrochen? Oder warum entlud sich der offensichtliche Zorn irgendeines nicht direkt zugänglichen Wesens innerhalb von 24 Stunden dermaßen unvorbereitet über mein Haupt?
Bis jetzt bin ich nicht schlauer, ich weiß nur: So sehr einem das Herz in der Situation auch in die Hose rutschen mag, es wird auch wieder besser – früher oder später. Nach zwei Wochen konnte ich dann auch schon wieder sagen: Es waren „nur“ Computer und Auto, nicht Haus oder Familie. Geld ist weg, aber es ist eben auch nur Geld. Und so abgedroschen das klingen mag: Es ist nicht annähernd so wichtig, wie viele andere Dinge im Leben, die man eben nicht für Geld bekommt. Vielleicht hat mich der momentan fast tägliche Patientenkontakt in der Psychiatrie ein wenig demütig werden lassen. Jedenfalls habe ich das Gefühl, im Gegensatz zu vielen von diesen vom Leben gebeutelten Patienten wirklich auf der schönen Seite des Lebens zu stehen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 4, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jan 4, 2018

Medizin studieren

Murphy's Law - 1

Manchmal geht wirklich alles schief. Die Abbildungen für meine Doktorarbeit waren fertig korrigiert und ich hatte alle Änderungen eingearbeitet. Der Termin mit meinem Doktorvater war vereinbart für den kommenden Tag. Einzig für einen letzten Feinschliff setzte ich mich nochmal mit meinem Laptop in die Bib, bevor es in die Neuro-Pathologie-Vorlesung ging. Dort angekommen, glücklich, jetzt die Deadline mit einem guten Gefühl eingehalten zu haben, klappte ich meinen Rechner auf, um festzustellen, dass dieser augenscheinlich tot war. Der erste Gedanke war: FUCK, mein Laptop! Dann: FUCKFUCKFUCK, meine Daten für die Doktorarbeit!!!
Nach anfänglicher Panik beruhigte ich mich soweit, um zunächst alles Mögliche auszuprobieren, um den Rechner wieder zum Laufen zu bringen. Ich hatte ein vier Tage altes Backup, doch die ganze Arbeit an den Abbildungen dieser vier Tage wäre dahin – immerhin nur eine mittelgroße Katastrophe. Ich warf meine bisherige Tagesplanung über Bord und rannte in drei verschiedene Computerläden Die Niederschmetternde Antwort von allen drei Experten: Da kann man nichts mehr machen. Ich wollte das nicht akzeptieren, zu schwer schmerzte die Aussicht, in den kommenden 16 Stunden bis zur Deadline die Arbeit von vier Tagen auf einem geliehenen Rechner zu wiederholen. Also saß ich etliche Stunden bis in die Nacht vor meinem Schrotthaufen von Laptop und versuchte alles Mögliche, um die Daten zu sichern und das blöde Teil wieder zum Laufen zu bringen. Nachts um zwölf sah ich ein, dass das nicht mehr klappen würde und stellte mir den Wecker auf fünf Uhr früh.
Und dann begann die ganze Arbeit von Neuem. Gerade so rechtzeitig schaffte ich es, die Daten an meinen Doktorvater zu schicken. Sobald das erledigt war, realisierte ich, dass nun eine mittelgroße bis sehr große Investition auf mich zukommen würde.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Dec 15, 2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Dec 15, 2017

Medizin studieren

Die Spezialisierung kann kommen!

Während des Medizinstudiums wird wohl kaum eine Frage häufiger gestellt als: „Na, weißt du schon, wo es für dich danach hingeht?“ Dabei ist das Interesse des Fragestellers kaum ausgerichtet auf den späteren Wohnort, sondern vielmehr auf die ärztliche Spezialisierung.
Man studiert ja zunächst nur Medizin, ohne Spezialisierung. Mit Abschluss des Studiums und anschließender Approbation (die Zulassung als Arzt) ist man zunächst tatsächlich nur Arzt. Viele denken, das sei gleichbedeutend mit dem Allgemeinmediziner, was nicht stimmt. Dieser ist – wie auch Chirurg, Internist oder Augenarzt – ein Facharzt. Er ist darauf spezialisiert, Patienten zu diagnostizieren und sie an einen entsprechenden Spezialisten zu überweisen, sobald die Krankheiten seine Kompetenz überschreiten. Dabei dauert diese Ausbildung genauso lange wie die eines Chirurgen oder Herzspezialisten.
Sie beginnt mit Abschluss des Studiums. Als frisch gebackener Arzt, nicht Allgemeinarzt, ist man einfach nur Assistenzarzt ohne nennenswerte Kenntnisse in irgendeinem Fachgebiet. Diese erwirbt man als Assistenzarzt in einer Fachrichtung der eigenen Wahl.
Bei mir wird es wohl auf die Neurologie hinauslaufen, zumindest gehört sie momentan – gemeinsam mit Pädiatrie, Augenheilkunde und Anästhesie – zu meiner engeren Auswahl. Dieses Semester belege ich neben Psychiatrie auch Neurologie als großen Themenkomplex. Darauf freue ich mich sehr, da mich das Nervensystem seit den ersten Anatomiekursen vor vier Jahren fasziniert. Da ich dieses Semester auch nur die Hälfte der Kurse mache, kann ich mich hoffentlich intensiver mit dem Fach auseinandersetzen und schon eine gewisse Grundlage für meine spätere berufliche Richtung schaffen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Dec 11, 2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Dec 11, 2017