interaktiv

Medizin studieren

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

08.02.2018

Es gibt ja viele Bereiche in der Medizin, mit denen man als Laie keinen Kontakt hat, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist. Wer weiß beispielsweise, dass es Fachärzte für Phoniatrie gibt, wenn man zum Beispiel als Kind eine Hörschwäche entwickelte und nun mit einem Cochlea-Implantat ausgestattet ist. Selbst ich als Medizinstudent wusste das bis vor wenigen Wochen nicht.
Oder aber man hat einfach keinen Kontakt zu bestimmten Disziplinen, obwohl man weiß, dass es diese gibt. So ging es mir bis vor Kurzem mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Wir hatten nun ein Praktikum in dieser Fachabteilung und waren auf einmal mit einem zweijährigen Jungen konfrontiert, der außer Schokolade absolut nichts anderes essen wollte. Therapiemöglichkeiten wie Hungerversuche, die zunächst ziemlich martialisch klingen, aber tatsächlich etwas bringen können, waren schon gescheitert. Selbst nach 24 Stunden ohne Essen weigerte sich der Kleine, etwas anderes als Schokolade zu sich zu nehmen. Jetzt könnte man anbringen, dass es Schlimmeres gäbe und ein Krankenhausaufenthalt hier übertrieben sei. Aber schon im Hinblick auf gesunde Ernährung ist dieser Einwurf schnell entkräftet. Abgesehen davon kann man sich sicherlich vorstellen, wie belastend es für eine Familie werden kann, wenn sich ein Kind nicht nur gegen grünes Gemüse wehrt, sondern einfach grundsätzlich alles boykottiert, was nicht braun und zuckersüß ist.
Wie es im Fall dieses Kindes weitergeht, wird sich zeigen. Die Hoffnung, das ist das Schöne in der Kinderpsychiatrie, ist, dass sich das „auswächst“.

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