interaktiv

Medizin studieren

Generalprobe

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

09.03.2018

Es gibt kaum etwas Besseres, als frisch Gelerntes direkt unter Beweis stellen zu können. In Münster gibt es in den Unterricht integrierte Fallseminare, in denen Arzt spielende Studierende auf Patienten spielende Schauspieler losgelassen werden. Nicht ganz zufällig sind diese Fallseminare wohl dieses Mal an das Ende der Klausurphase gelegt worden. Denn bis dahin hat sich – so wohl die Überlegung – der eine oder andere Studierende schon mit dem Thema auseinandergesetzt.
Was mich betrifft, ging der Plan auf: In sechs Situationen schilderten mir Patienten ihre Beschwerden und meine Aufgabe war es, eine Diagnose zu stellen, Behandlungspläne aufzustellen und beides den Patienten zu vermitteln. Auch Zwischenmenschliches galt es zu meistern. Einfach ist es in keinem Fall, einer 25-Jährigen zu sagen, dass sie aller Voraussicht nach an Multipler Sklerose erkrankt ist. Und wenn für diese dann eine Welt zusammenbricht, muss man als Arzt Ängste nehmen und erklären, dass das nicht mehr zwingend eine „Rollstuhl-Diagnose“ sein muss. Aber es geht einem selbst auch unter die Haut.
Schwierig wurde es, als ich in eine akute Stresssituation versetzt wurde: Geschildert war eine typische Schlaganfall-Symptomatik und instinktiv spürte ich, wie sich ein gewisser Druck breitmachte, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen, um dem Patienten die bestmögliche Akuttherapie zukommen zu lassen.
Dass das Ganze „nur“ ein Spiel war, merkte ich erst zehn Minuten später, als wieder die Glocke ertönte, die einen in die Realität zurückholte und ins nächste Zimmer, zum nächsten Fall schickte.

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