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Medizin studieren

Klinik, na endlich!

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

01.06.2018

Erstes klinisches Semester – das muss ich mir auf der Zunge zergehen lassen. Es bedeutet, dass das Physikum nie wieder Thema sein wird. Keine Chemie, keine Biologie, keine Physik, nur noch interessante und für das Leben als Arzt relevante Themen – oder?
So einfach ist es wohl nicht. Wenn ich auf meinen Stundenplan schaue, grinsen mich Fächer wie Klinische Chemie, Mikrobiologie und Pharmakologie böse an. Ich entdecke kaum eine Veranstaltung, in der es tatsächlich um Medizin geht. Ich bin schon etwas enttäuscht. Dafür ist einiges neu für mich, zum Beispiel die Klinikgruppen. Das sind Gruppen von sechs oder sieben Leuten, die in den nächsten Semestern alle Kurse gemeinsam besuchen. Das Schöne ist, dass jede Gruppe sehr klein ist. Das bedeutet ein tolles Arbeiten, da man sehr viel von den Dozierenden hat.
Gemeinsam haben wir von nun an jede Woche Kurse, in denen wir uns mit der Patientenanamnese beschäftigen, dem ersten Gespräch mit einem neuen Patienten. Dafür hat unsere Fakultät mehr als 100 Schauspielerinnen und Schauspieler eingestellt, die uns helfen sollen, in einer möglichst realistischen Umgebung solche Gespräche zu üben. Die Behandlungsräume sind mit einer Kamera versehen, sodass man sein eigenes Gespräch später anschauen kann. Hinter verspiegeltem Glas sitzt der Rest der Gruppe und hört über Kopfhörer zu, um Rückmeldung geben zu können. Außerdem werden uns von nun an im Universitätsklinikum immer wieder verschiedene Abteilungen gezeigt, unter anderem die Strahlentherapie oder die Radiologie.
Während ich in den ersten vier Semestern keine Praktika machen musste, da ich durch meinen Freiwilligendienst bereits alle nötigen Leistungen erbracht habe, stehen nun auch für mich Famulaturen an. Für diese müssen wir insgesamt vier Monate lang in Krankenhäusern und Praxen arbeiten. Wo wir das machen, steht uns weitgehend offen, deshalb mache ich meine erste vierwöchige Famulatur auf einer unfallchirurgischen Station in Leipzig, Start ist Ende Juli. Für die nächsten Famulaturen nehme ich mir vor, noch mal ins Ausland zu gehen.

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