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Medizin studieren

Ärztliche Fehler

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

04.06.2018

Fehler sind menschlich. Niemand wandelt durchs Leben, ohne Fehlentscheidungen zu treffen, eine Handlung nicht korrekt auszuführen oder etwas zu vergessen. Es gibt allerdings Berufe, in denen das dramatische, lebensverändernde Konsequenzen haben kann – etwa im Gesundheitssektor. Ob man eine Situation falsch einschätzt und dem Patienten die doppelte Dosis spritzt, ein Medikament versehentlich nicht intravenös, sondern intraarteriell verabreicht oder sich im Medikamentenschrank vergreift – das alles sind Fehler, die schnell passieren können, aber unter Umständen schwerwiegend, teils unverzeihlich sind. Meist werden diese Situationen ausgelöst durch Zeitdruck, Chaos oder auch Übermüdung. Deshalb sind sie teilweise sogar nachvollziehbar.
Absolut unentschuldbar ist es aber, wenn Ärzte oder andere im Gesundheitssektor Tätige ihre Kompetenzen überschreiten oder durch Ignoranz das Leben des Patienten gefährden. Als Hausarzt würde ich mir zum Beispiel nie anmaßen, einen Patienten mit Schlaganfall-Symptomatik wieder nach Hause zu schicken. Schlaganfälle können nämlich viele Ursachen haben, zum Beispiel, dass ein Gefäß im Gehirn verstopft, geplatzt und ausgeblutet ist. Die Symptomatik ist allerdings jeweils die gleiche: diffus, meist schlagartig beginnend – daher ja die Redewendung „Es trifft einen der Schlag“. Von jetzt auf gleich können Schwierigkeiten beim Reden, Lähmung einer Gesichtshälfte oder einer Körperhälfte auftreten. Diese Patienten sind ein Fall für die Notaufnahme und für einen (erfahrenen) Neurologen, denn das Ausmachen der Ursache ist lebenswichtig: Die Therapie für ein vermeintlich verstopftes Gefäß – das Auflösen des sogenannten Thrombus – kann eine tatsächliche Hirnblutung verschlimmern.
Leider habe ich genau einen solchen Fall von falscher Behandlung nun in der Notaufnahme erlebt. Ob man das Handeln dieses übereifrigen Hausarztes auf Kompetenzüberschreitung, Ignoranz oder Übereifer zurückführt, ist egal.
Für den Patienten hätte es tödliche Folgen haben können. In dem von mir beobachteten Fall ging glücklicherweise aber noch mal alles gut …

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