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Medizin studieren

Es wird Neurologie

Nach vier spannenden Wochen Neurologie-Famulatur steht für mich fest: Es hat mich nicht abgeschreckt, mein Interesse am Fachgebiet hat sich durch die Zeit dort nur noch verstärkt. Zwar ist die Neurologie ein Fach, in dem vieles noch nicht behandelbar ist, viele Bereiche unerforscht und die Konsequenzen für die Betroffenen oft schwerwiegend sind. Doch insbesondere die ersten beiden Punkte werden sich – aller Voraussicht nach – im Laufe meines Berufslebens stark wandeln.
Die Forschung im Bereich der Neurowissenschaften schreitet rasant voran. Während man vor 30 Jahren mit der Diagnose Multiple Sklerose davon ausgehen konnte, im Rollstuhl zu landen, lässt sich die Krankheit heutzutage bei frühzeitiger Diagnose und mit der korrekten Therapie gut in den Griff bekommen. Auf diesem Gebiet ist alles im Wandel, sodass der Berufsalltag nicht langweilig werden sollte. Klar, Routine wird sich auch bei mir irgendwann einstellen. Aber das ist wohl überall so.
Wichtig ist mir erst mal, dass mich dieser Fachbereich interessiert. Bis ich mich entscheiden muss, vergeht noch das eine oder andere Jahr vergehen. Aber die Weichen stellen sich für mich bereits in diese Richtung!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 11, 2018

Medizin studieren

Umkrempeln - Teil 1

Die ersten Wochen des Semesters lassen mich recht unzufrieden zurück. Seit ich wieder hier bin, habe ich alle Dinge so gemacht, wie vor den fünf Monaten in Asien – und habe dennoch erwartet, dass dabei irgendetwas anders ist. Mich hatte zuvor einiges gestört, insbesondere an mir selbst. Und auch jetzt komme ich wieder zu dem Schluss: Es muss sich einiges ändern.
Was stört mich denn eigentlich? Objektiv gesehen stehe ich gar nicht schlecht da: Medizinstudium, sichere Wohnung, zwei Nebenjobs, glückliche Beziehung, ab und zu mal Sport. Ich kann da aber nur denken: wie langweilig! Ich stehe total auf der Stelle. Auch gefällt mir nicht, wie ich mein Studium bisher geführt habe. Ich habe kaum Vorlesungen besucht, nur das Nötigste gemacht und dabei so viel Spannendes ausgelassen. Ich muss begreifen, dass es ab jetzt darum geht, was für ein Arzt ich werde. Dabei geht es mir nicht um die Karriere. Ich möchte nicht Ober- oder Chefarzt werden, sondern einen guten Job machen, von dem andere profitieren. Daran kann ich jetzt arbeiten.
Ich will zum Beispiel noch mal ins Ausland gehen, um in der Entwicklungshilfe in Asien, Afrika oder Südamerika zu arbeiten. Die Fähigkeiten, die ich dafür brauchen werde, kann ich jetzt erlernen. Es gilt: Je mehr ich weiß, desto mehr kann ich bewirken.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jun 8, 2018

Medizin studieren

Ärztliche Fehler

Fehler sind menschlich. Niemand wandelt durchs Leben, ohne Fehlentscheidungen zu treffen, eine Handlung nicht korrekt auszuführen oder etwas zu vergessen. Es gibt allerdings Berufe, in denen das dramatische, lebensverändernde Konsequenzen haben kann – etwa im Gesundheitssektor. Ob man eine Situation falsch einschätzt und dem Patienten die doppelte Dosis spritzt, ein Medikament versehentlich nicht intravenös, sondern intraarteriell verabreicht oder sich im Medikamentenschrank vergreift – das alles sind Fehler, die schnell passieren können, aber unter Umständen schwerwiegend, teils unverzeihlich sind. Meist werden diese Situationen ausgelöst durch Zeitdruck, Chaos oder auch Übermüdung. Deshalb sind sie teilweise sogar nachvollziehbar.
Absolut unentschuldbar ist es aber, wenn Ärzte oder andere im Gesundheitssektor Tätige ihre Kompetenzen überschreiten oder durch Ignoranz das Leben des Patienten gefährden. Als Hausarzt würde ich mir zum Beispiel nie anmaßen, einen Patienten mit Schlaganfall-Symptomatik wieder nach Hause zu schicken. Schlaganfälle können nämlich viele Ursachen haben, zum Beispiel, dass ein Gefäß im Gehirn verstopft, geplatzt und ausgeblutet ist. Die Symptomatik ist allerdings jeweils die gleiche: diffus, meist schlagartig beginnend – daher ja die Redewendung „Es trifft einen der Schlag“. Von jetzt auf gleich können Schwierigkeiten beim Reden, Lähmung einer Gesichtshälfte oder einer Körperhälfte auftreten. Diese Patienten sind ein Fall für die Notaufnahme und für einen (erfahrenen) Neurologen, denn das Ausmachen der Ursache ist lebenswichtig: Die Therapie für ein vermeintlich verstopftes Gefäß – das Auflösen des sogenannten Thrombus – kann eine tatsächliche Hirnblutung verschlimmern.
Leider habe ich genau einen solchen Fall von falscher Behandlung nun in der Notaufnahme erlebt. Ob man das Handeln dieses übereifrigen Hausarztes auf Kompetenzüberschreitung, Ignoranz oder Übereifer zurückführt, ist egal.
Für den Patienten hätte es tödliche Folgen haben können. In dem von mir beobachteten Fall ging glücklicherweise aber noch mal alles gut …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 4, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 4, 2018