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Medizin studieren

Umkrempeln - Teil 1

Die ersten Wochen des Semesters lassen mich recht unzufrieden zurück. Seit ich wieder hier bin, habe ich alle Dinge so gemacht, wie vor den fünf Monaten in Asien – und habe dennoch erwartet, dass dabei irgendetwas anders ist. Mich hatte zuvor einiges gestört, insbesondere an mir selbst. Und auch jetzt komme ich wieder zu dem Schluss: Es muss sich einiges ändern.
Was stört mich denn eigentlich? Objektiv gesehen stehe ich gar nicht schlecht da: Medizinstudium, sichere Wohnung, zwei Nebenjobs, glückliche Beziehung, ab und zu mal Sport. Ich kann da aber nur denken: wie langweilig! Ich stehe total auf der Stelle. Auch gefällt mir nicht, wie ich mein Studium bisher geführt habe. Ich habe kaum Vorlesungen besucht, nur das Nötigste gemacht und dabei so viel Spannendes ausgelassen. Ich muss begreifen, dass es ab jetzt darum geht, was für ein Arzt ich werde. Dabei geht es mir nicht um die Karriere. Ich möchte nicht Ober- oder Chefarzt werden, sondern einen guten Job machen, von dem andere profitieren. Daran kann ich jetzt arbeiten.
Ich will zum Beispiel noch mal ins Ausland gehen, um in der Entwicklungshilfe in Asien, Afrika oder Südamerika zu arbeiten. Die Fähigkeiten, die ich dafür brauchen werde, kann ich jetzt erlernen. Es gilt: Je mehr ich weiß, desto mehr kann ich bewirken.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jun 8, 2018

Medizin studieren

Ärztliche Fehler

Fehler sind menschlich. Niemand wandelt durchs Leben, ohne Fehlentscheidungen zu treffen, eine Handlung nicht korrekt auszuführen oder etwas zu vergessen. Es gibt allerdings Berufe, in denen das dramatische, lebensverändernde Konsequenzen haben kann – etwa im Gesundheitssektor. Ob man eine Situation falsch einschätzt und dem Patienten die doppelte Dosis spritzt, ein Medikament versehentlich nicht intravenös, sondern intraarteriell verabreicht oder sich im Medikamentenschrank vergreift – das alles sind Fehler, die schnell passieren können, aber unter Umständen schwerwiegend, teils unverzeihlich sind. Meist werden diese Situationen ausgelöst durch Zeitdruck, Chaos oder auch Übermüdung. Deshalb sind sie teilweise sogar nachvollziehbar.
Absolut unentschuldbar ist es aber, wenn Ärzte oder andere im Gesundheitssektor Tätige ihre Kompetenzen überschreiten oder durch Ignoranz das Leben des Patienten gefährden. Als Hausarzt würde ich mir zum Beispiel nie anmaßen, einen Patienten mit Schlaganfall-Symptomatik wieder nach Hause zu schicken. Schlaganfälle können nämlich viele Ursachen haben, zum Beispiel, dass ein Gefäß im Gehirn verstopft, geplatzt und ausgeblutet ist. Die Symptomatik ist allerdings jeweils die gleiche: diffus, meist schlagartig beginnend – daher ja die Redewendung „Es trifft einen der Schlag“. Von jetzt auf gleich können Schwierigkeiten beim Reden, Lähmung einer Gesichtshälfte oder einer Körperhälfte auftreten. Diese Patienten sind ein Fall für die Notaufnahme und für einen (erfahrenen) Neurologen, denn das Ausmachen der Ursache ist lebenswichtig: Die Therapie für ein vermeintlich verstopftes Gefäß – das Auflösen des sogenannten Thrombus – kann eine tatsächliche Hirnblutung verschlimmern.
Leider habe ich genau einen solchen Fall von falscher Behandlung nun in der Notaufnahme erlebt. Ob man das Handeln dieses übereifrigen Hausarztes auf Kompetenzüberschreitung, Ignoranz oder Übereifer zurückführt, ist egal.
Für den Patienten hätte es tödliche Folgen haben können. In dem von mir beobachteten Fall ging glücklicherweise aber noch mal alles gut …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jun 4, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jun 4, 2018

Medizin studieren

Klinik, na endlich!

Erstes klinisches Semester – das muss ich mir auf der Zunge zergehen lassen. Es bedeutet, dass das Physikum nie wieder Thema sein wird. Keine Chemie, keine Biologie, keine Physik, nur noch interessante und für das Leben als Arzt relevante Themen – oder?
So einfach ist es wohl nicht. Wenn ich auf meinen Stundenplan schaue, grinsen mich Fächer wie Klinische Chemie, Mikrobiologie und Pharmakologie böse an. Ich entdecke kaum eine Veranstaltung, in der es tatsächlich um Medizin geht. Ich bin schon etwas enttäuscht. Dafür ist einiges neu für mich, zum Beispiel die Klinikgruppen. Das sind Gruppen von sechs oder sieben Leuten, die in den nächsten Semestern alle Kurse gemeinsam besuchen. Das Schöne ist, dass jede Gruppe sehr klein ist. Das bedeutet ein tolles Arbeiten, da man sehr viel von den Dozierenden hat.
Gemeinsam haben wir von nun an jede Woche Kurse, in denen wir uns mit der Patientenanamnese beschäftigen, dem ersten Gespräch mit einem neuen Patienten. Dafür hat unsere Fakultät mehr als 100 Schauspielerinnen und Schauspieler eingestellt, die uns helfen sollen, in einer möglichst realistischen Umgebung solche Gespräche zu üben. Die Behandlungsräume sind mit einer Kamera versehen, sodass man sein eigenes Gespräch später anschauen kann. Hinter verspiegeltem Glas sitzt der Rest der Gruppe und hört über Kopfhörer zu, um Rückmeldung geben zu können. Außerdem werden uns von nun an im Universitätsklinikum immer wieder verschiedene Abteilungen gezeigt, unter anderem die Strahlentherapie oder die Radiologie.
Während ich in den ersten vier Semestern keine Praktika machen musste, da ich durch meinen Freiwilligendienst bereits alle nötigen Leistungen erbracht habe, stehen nun auch für mich Famulaturen an. Für diese müssen wir insgesamt vier Monate lang in Krankenhäusern und Praxen arbeiten. Wo wir das machen, steht uns weitgehend offen, deshalb mache ich meine erste vierwöchige Famulatur auf einer unfallchirurgischen Station in Leipzig, Start ist Ende Juli. Für die nächsten Famulaturen nehme ich mir vor, noch mal ins Ausland zu gehen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jun 1, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jun 1, 2018