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Medizin studieren

Arzt üben

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

26.06.2018

15 Jahre Berufserfahrung braucht es, bis man innerhalb von fünf Minuten alles Relevante von einem Patienten erfährt, ohne dass dieser sich vernachlässigt oder gehetzt fühlt. Deshalb üben wir oft im Studienhospital mit Schauspielerinnen und Schauspielern, die Patientenrollen vorbereitet haben. Zeitgleich lernen wir einfache diagnostische Methoden und dürfen auch ein Stethoskop benutzen. Zuerst übten wir das Aushorchen der Lunge, des Herzens und des Bauches, aber auch neurologische Maßnahmen, um Lähmungen oder Schwächungen von Nerven zu überprüfen.
An jedem Termin muss einer der Studierenden das Patientengespräch führen, danach wird mit dem Schauspieler besprochen, wie es gelaufen ist. Anschließend gibt die Gruppe Feedback und der Tutor weist darauf hin, worauf wir alle in Zukunft achten sollen.
Obwohl mir die Situation, an Patienten heranzutreten und mit ihnen zu sprechen, nicht unbekannt war, war ich nervös. Sobald ich im Raum saß, verflogen die Gedanken daran aber. Mein Patient kam mit Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm und den Bauch ausstrahlten. Ebenso berichtete er von Atemnot und Kopfschmerzen, kurz sei ihm sogar schwarz vor Augen geworden. Schnell vermutete ich, dass der Patient einen Herzinfarkt erlitten hat. Doch mit vorschnellen Diagnosen sollte man vorsichtig sein.
Die Herausforderung besteht darin, absolut aufmerksam für Details zu sein, eine persönliche Ebene zum Patienten aufzubauen und gleichzeitig eine professionelle Distanz zu wahren. Zu schnell tat ich beispielsweise den Tod der Frau des Patienten ab, der ein psychosomatischer Grund für die Beschwerden sein könnte. Aber aus Fehlern lernt man. Und darum geht es in diesem Kurs.

 

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