interaktiv

Medizin studieren

Radiologie und Strahlentherapie

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

04.07.2018

Da wir Studierende bisher noch kaum Kontakt zu Patienten hatten, begann unsere klinische Phase mit den beiden Fachrichtungen, in denen man selten einen Patienten zu Gesicht bekommt: der Radiologie und der Strahlentherapie. Nach kurzen Einführungen in die jeweiligen Fachgebiete, wurden uns die Untersuchungs- und Behandlungsräume der Stationen gezeigt.
In der Radiologie sind insbesondere die Computertomographie (CT), die Kernspintomographie (MRT) und das Röntgen wichtig. Es gibt aber noch weitere Methoden. Das PET-CT kann zum Beispiel mithilfe von Positronen, also positiven Elektronen, Tumore über deren Stoffwechselaktivitäten nachweisen. Das Ganze ist ja durchaus spannend, aber so wahnsinnig kompliziert! Die Radiologen sitzen im Keller vor ihren Bildschirmen und werten verschiedene Aufnahmen aus, kritzeln Befunde aufs Papier und stellen innerhalb weniger Minuten eine Diagnose. In der Radiologie wird vieles gefunden, was dem menschlichen Auge oder auch dem Tastsinn verborgen bliebe. Den behandelnden Ärzten dienen die dort gestellten Diagnosen als wichtige Stütze für die weitere Therapie.
Die Räume der Strahlentherapie wirken auf den ersten Blick denen der Radiologie sehr ähnlich: Sterile, graue Wände, es ist ruhig. Doch es befinden sich Patienten an diesem unterirdischen Ort. Hier werden ihre Tumoren bestrahlt. Dementsprechend gedrückt ist die Stimmung in dieser Abteilung, man spürt die Angst der Patienten vor der nächsten Bestrahlung, der nächsten Diagnose. Die Strahlentherapie wird parallel zu einer Chemotherapie vollzogen, um Tumorgewebe effektiv entfernen zu können. Teilweise sind auch chirurgische Eingriffe nötig, je nachdem welche Art Krebs diagnostiziert wurde.
Interessant ist in dieser Abteilung, wie eng mit Physikern zusammengearbeitet wird. Sie üben großen Einfluss auf den Therapieplan eines Patienten aus, denn sie berechnen genau, welche Strahlendosis wie oft notwendig ist, und stellen die Geräte so ein, dass nur zu bestrahlendes Gewebe behandelt wird, um die umliegenden Organe zu schützen. Patienten geht es nach der Bestrahlung oft schlecht, sie müssen sich übergeben, fühlen sich abgeschlagen und schwach. Die Bestrahlung ist ein beschwerlicher und nicht ungefährlicher Weg. Die hochmoderne, graue Umgebung in der Strahlentherapie lässt davon gar nichts spüren – vielleicht ist das auch gut so.

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