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Medizin studieren

Radiologie und Strahlentherapie

Da wir Studierende bisher noch kaum Kontakt zu Patienten hatten, begann unsere klinische Phase mit den beiden Fachrichtungen, in denen man selten einen Patienten zu Gesicht bekommt: der Radiologie und der Strahlentherapie. Nach kurzen Einführungen in die jeweiligen Fachgebiete, wurden uns die Untersuchungs- und Behandlungsräume der Stationen gezeigt.
In der Radiologie sind insbesondere die Computertomographie (CT), die Kernspintomographie (MRT) und das Röntgen wichtig. Es gibt aber noch weitere Methoden. Das PET-CT kann zum Beispiel mithilfe von Positronen, also positiven Elektronen, Tumore über deren Stoffwechselaktivitäten nachweisen. Das Ganze ist ja durchaus spannend, aber so wahnsinnig kompliziert! Die Radiologen sitzen im Keller vor ihren Bildschirmen und werten verschiedene Aufnahmen aus, kritzeln Befunde aufs Papier und stellen innerhalb weniger Minuten eine Diagnose. In der Radiologie wird vieles gefunden, was dem menschlichen Auge oder auch dem Tastsinn verborgen bliebe. Den behandelnden Ärzten dienen die dort gestellten Diagnosen als wichtige Stütze für die weitere Therapie.
Die Räume der Strahlentherapie wirken auf den ersten Blick denen der Radiologie sehr ähnlich: Sterile, graue Wände, es ist ruhig. Doch es befinden sich Patienten an diesem unterirdischen Ort. Hier werden ihre Tumoren bestrahlt. Dementsprechend gedrückt ist die Stimmung in dieser Abteilung, man spürt die Angst der Patienten vor der nächsten Bestrahlung, der nächsten Diagnose. Die Strahlentherapie wird parallel zu einer Chemotherapie vollzogen, um Tumorgewebe effektiv entfernen zu können. Teilweise sind auch chirurgische Eingriffe nötig, je nachdem welche Art Krebs diagnostiziert wurde.
Interessant ist in dieser Abteilung, wie eng mit Physikern zusammengearbeitet wird. Sie üben großen Einfluss auf den Therapieplan eines Patienten aus, denn sie berechnen genau, welche Strahlendosis wie oft notwendig ist, und stellen die Geräte so ein, dass nur zu bestrahlendes Gewebe behandelt wird, um die umliegenden Organe zu schützen. Patienten geht es nach der Bestrahlung oft schlecht, sie müssen sich übergeben, fühlen sich abgeschlagen und schwach. Die Bestrahlung ist ein beschwerlicher und nicht ungefährlicher Weg. Die hochmoderne, graue Umgebung in der Strahlentherapie lässt davon gar nichts spüren – vielleicht ist das auch gut so.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jul 4, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jul 4, 2018

Medizin studieren

Nette und weniger nette Patienten

Dass es unfreundliche Ärzte gibt, hat vermutlich jeder schon am eigenen Leib erfahren müssen – oder zumindest von Bekannten oder Familie ausführlich geschildert bekommen. Ärzte, die sich zu wenig Zeit nehmen oder nichts erklären, sind nur zwei von vielen Punkten, die man oft hört. Die kratzbürstige Krankenschwester ist ein weiteres beliebtes Motiv für Horrorgeschichten zu Krankenhausaufenthalten. Und so sehr ich all diese Klischees und Vorwürfe ernst nehme und teilweise nachvollziehen kann, weiß ich auch um den Druck, Stress und die Überlastung, die Berufe in Medizin und Pflege bereithalten.
Entsprechend kenne ich natürlich auch die Patienten-Klischees, mit denen man sich herumschlagen muss. Da wäre der Privatpatient, der abends um elf in die Notaufnahme kommt, weil sein Schnupfen „akut schlimmer“ geworden sei. Oder diejenigen, die das Krankenhaus mit einem Hotel oder Restaurant verwechseln und das Pflegepersonal für das schlechte Essen verantwortlich machen.
Wenn der Herr von Zimmer elf mitten in der Nacht eine warme Milch verlangt, geht einem schon mal die Freundlichkeit flöten.
Aber man darf nicht vergessen: Nach einer durchgearbeiteten Nacht kann ein freundliches Wort eines Patienten auch wieder für viele Strapazen entlohnen.

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 2, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 2, 2018

Medizin studieren

Arzt üben

15 Jahre Berufserfahrung braucht es, bis man innerhalb von fünf Minuten alles Relevante von einem Patienten erfährt, ohne dass dieser sich vernachlässigt oder gehetzt fühlt. Deshalb üben wir oft im Studienhospital mit Schauspielerinnen und Schauspielern, die Patientenrollen vorbereitet haben. Zeitgleich lernen wir einfache diagnostische Methoden und dürfen auch ein Stethoskop benutzen. Zuerst übten wir das Aushorchen der Lunge, des Herzens und des Bauches, aber auch neurologische Maßnahmen, um Lähmungen oder Schwächungen von Nerven zu überprüfen.
An jedem Termin muss einer der Studierenden das Patientengespräch führen, danach wird mit dem Schauspieler besprochen, wie es gelaufen ist. Anschließend gibt die Gruppe Feedback und der Tutor weist darauf hin, worauf wir alle in Zukunft achten sollen.
Obwohl mir die Situation, an Patienten heranzutreten und mit ihnen zu sprechen, nicht unbekannt war, war ich nervös. Sobald ich im Raum saß, verflogen die Gedanken daran aber. Mein Patient kam mit Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm und den Bauch ausstrahlten. Ebenso berichtete er von Atemnot und Kopfschmerzen, kurz sei ihm sogar schwarz vor Augen geworden. Schnell vermutete ich, dass der Patient einen Herzinfarkt erlitten hat. Doch mit vorschnellen Diagnosen sollte man vorsichtig sein.
Die Herausforderung besteht darin, absolut aufmerksam für Details zu sein, eine persönliche Ebene zum Patienten aufzubauen und gleichzeitig eine professionelle Distanz zu wahren. Zu schnell tat ich beispielsweise den Tod der Frau des Patienten ab, der ein psychosomatischer Grund für die Beschwerden sein könnte. Aber aus Fehlern lernt man. Und darum geht es in diesem Kurs.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jun 26, 2018