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Wenn das halbe Zuhause zerbricht

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

09.07.2018

Meine WG ist so etwas wie mein Ruhepol, mein Dreh- und Angelpunkt. Es lief im vergangenen Jahr sehr gut mit meinen drei Mitbewohnern – ich kann mich immer auf sie verlassen uns sie sind immer für mich da.
Nun haben Malin und Maurice uns anderen beiden mitgeteilt, dass sie ausziehen werden. Beide ziehen mit ihren jeweiligen Partnern zusammen, Anfang Juli beziehungsweise Anfang August. Ich war sprachlos. Wechsel gehören im WG-Leben dazu, doch wir hatten innerhalb von drei Jahren erst einen Neuen, nämlich Maurice. Er ist nicht nur ein guter Mitbewohner, sondern mittlerweile vor allem ein guter Freund. Jetzt macht er den nächsten Schritt im Leben eines Erwachsenen und zieht mit seiner Freundin zusammen. Da fragte ich mich: Kann ich mir das mit meiner Freundin vorstellen? Die Antwort: nein. Ich möchte meine WG ungern aufgeben – auch wenn sie bald nur noch zur Hälfte besteht.
Malin zu verlieren, macht mich ebenso traurig. In den gemeinsamen drei Jahren haben wir so einiges zusammen erlebt. Sie hat mit Clara und mir die gesamte Wohnung ausgestaltet, die Küche zusammengebaut, Wände gestrichen und brachte immer neue Ideen für unser WG-Leben ein. Besonders ihre ruhige, ausgeglichene und aufrichtige Art wird mir fehlen.
Nun ist es an Clara und mir, zwei neue Mitbewohner zu finden, am liebsten wieder einen Jungen und ein Mädchen. Immerhin war für uns unausgesprochen klar, dass wir die WG weiterführen werden. Die Schwierigkeit dieses Mal ist, zwei Zimmer zu besetzen, die unterschiedlicher kaum sein können: Eines hat 16 Quadratmeter und Zugang zum Balkon. Das Zweite hat nur 12 Quadratmeter, liegt direkt an der Wohnungstür und wird zudem durch zwei Dachschrägen verkleinert. Auch wird es ein Balanceakt, dass sich die zwei Neuen miteinander verstehen.
Wir haben uns sehr schwer getan. Bei jeder Person hatten wir Malin und Maurice vor Augen und dachten, dass es nicht so werden wird, wie es war. Erst nach langen Gesprächen ist uns etwas Selbstverständliches bewusst geworden: Es wird anders, aber deshalb ja nicht schlechter. Nun werden Nora und Jan zu uns ziehen. Sie studiert Geowissenschaften, war zuletzt ein halbes Jahr zum Studieren in England. Er studiert Bauingenieurwesen und ist gelernter Zimmermann. Das wird!

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