interaktiv

Medizin studieren

Eine kleine Prise Praxis

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

23.07.2018

Der Arm liegt regungslos vor mir. Venen treten auf seiner Oberfläche hervor, in die ich nun mit einer Nadel stechen soll. Ich schaue hoch zu meiner Tutorin, die den ersten Test abnimmt und mir Punkte geben wird, wie gut ich den Modellarm bearbeiten kann. Ziel ist es, einen Zugang zu legen, über den Infusionen laufen oder Blutabnahmen stattfinden können. Und weil es hier um Kontakt zu Patienten geht, wird auch bewertet, wie viel man mit dem Arm, der so unbeeindruckt und mit Einstichstellen übersät vor einem liegt, spricht und ihm erklärt, was man nun macht. Also: Zuerst wird die Lieblingsvene ausfindig gemacht, dann desinfiziere ich – sprühen, wischen, sprühen, einziehen lassen. Währenddessen lege ich mir den Zugang mit der spitzen Nadel sowie ein paar Tupfer und ein Pflaster zum Fixieren zurecht. Der Stauschlauch darf nicht vergessen werden. Das ist eine Schlinge, die man um den Arm legt, um den Blutfluss zu unterdrücken, sodass die Venen voller sind.
Dann geht’s ans Eingemachte: Vorsichtig setze ich die Nadel an, zittere ein wenig und verfluche innerlich meine Unsicherheit. Bisher habe ich erst einmal Blut abnehmen dürfen und das ist zweieinhalb Jahr her. Ich steche zu, schiebe die Nadel weiter und ... es fließt natürlich kein Blut. Meine Tutorin kritzelt eine Notiz aufs Papier und legt mir nahe, ausgiebig zu üben.
Glücklicherweise kann ich das im Studienhospital sehr umfassend tun. Fast jedem Studierenden wird ein persönlicher Tutor zur Seite gestellt, der einem das richtige Legen eines Zugangs zeigt, Tipps gibt und Kritik äußert – das ist echt hilfreich. Nach drei weiteren erfolglosen Versuchen, habe ich es endlich geschafft, eine Vene zu treffen. Doch das Blut schießt eher heraus, weil ich natürlich in meinem Eifer vergessen habe, den Schlauch zu lösen. Was eine Sauerei! Aber Fehler sind schließlich da, um aus ihnen zu lernen. Und wo, wenn nicht hier?
Was aber wohl jeder Studierende zum Gähnen langweilig findet, ist Hygiene. Also nicht die eigene, sondern die im Krankenhaus. Sie ist elementar für die Sicherheit der Patienten. Wir lernten etwa, wie man sich die Hände richtig desinfiziert und wie man steril arbeitet. Nach dem Erlernen jeder neuen Fertigkeit freue ich mich auf den nächsten Kurstag, um noch mehr Praxis beherrschen zu können.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.