interaktiv

Medizin studieren

Zwei Tage, neun Klausuren

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

23.08.2018

Am ersten Tag sechs, am zweiten Tag drei Klausuren. Viel Stoff, und auch wenn es sich um Multiple-Choice-Aufgaben handelt, sind es knapp 150 Fragen, die beantwortet werden wollen. Ich war aufgeregt, als ich wieder vor dem Rechner im Mikroskopiersaal saß und den Fragebogen der ersten Klausur öffnete. Ich war es nicht mehr gewohnt, diese Kreuzchen zu setzen, über drei Stunden am Stück nach dem gleichen Schema Fragen zu beantworten. Insbesondere weil es auch Neuerungen gab.
Bisher wurden alle Fragen unabhängig voneinander gestellt. Um uns mehr an diagnostisches und therapeutisches Denken heranzuführen, gibt es aber auch sogenannte Fallfragen, die aufeinander aufbauen, weshalb man sie nur in einer gewissen Reihenfolge beantworten darf. Der Clou ist, dass man nicht mehr zurück zur vorherigen Frage kommt, weil die nächste oft die Antwort verrät.
Dazu kommen noch Katalogfragen, was bedeutet, dass nicht mehr fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung stehen und man sich die beste aussuchen kann, sondern dass man aus einem großen Register auswählen muss. Oft handelt es sich um Fragen nach Medikamenten, teilweise aber auch nach Diagnosen oder therapeutischen Verfahren. Hier gibt es keine Glückstreffer mehr.
Ich muss sagen, ich war echt schlecht vorbereitet und habe so manches Fach sehr unterschätzt. Besonders der erste Tag lief schlecht.
Ich habe nach den Klausuren tatsächlich gezittert, wie viel ich im nächsten Semester nachschreiben muss. Die Erleichterung kam ein paar Stunden nach dem zweiten Prüfungsblock. Aber mit Ruhm habe ich mich tatsächlich nicht bekleckert. Vier Fächer habe ich auf den Punkt genau bestanden. Das reicht im wahrsten Sinne des Wortes aus, aber kann einen wohl kaum stolz machen.
Denn alles, was ich lerne, ist Grundlage für meine spätere Arbeit. Je besser ich alles beherrsche, desto ein besserer Arzt werde ich sein. Und das ist doch das, wofür ich dieses Studium mache. Oder?

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