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Medizin studieren

Wieder ganz unten anfangen

Wenn ich irgendwo neu bin, bin ich immer noch nervös und unsicher, ob ich mich mit meinen Kollegen verstehe und, ob ich mit den Aufgaben, die mir gestellt werden, zurechtkomme. Das hat sich nicht geändert, obwohl ich schon oft irgendwo neu angefangen habe. Aber die Ärztinnen und Ärzte in der Klinik haben etwas Einschüchterndes. Bereits am ersten Morgen wurde mir klar, dass der Monat in der Unfallchirurgie und Orthopädie mir so einiges an Selbstbewusstsein abverlangen wird.
Überrascht war ich, wie viele Famulanten und Studierende aus dem Praktischen Jahr auf der Station eingesetzt wurden. Dabei hätte mir klar sein müssen, dass ich wohl kaum der einzige sein würde, da das St. Elisabeth-Krankenhaus eines der zentralen Häuser in Leipzig ist. Die Station 14, auf der ich gearbeitet habe, versorgt fast ausschließlich Patienten, die Knie- oder Hüftprothesen bekommen haben, aber auch Patienten mit Kreuzbandverletzungen, Knochenbrüchen oder ausgekugelten Schultern.
Meine Aufgaben beschränkten sich darauf, Blutentnahmen zu machen oder einen Zugang für Infusionen zu legen. Ab und zu durfte ich noch Aufnahmeuntersuchungen mit dem Stethoskop machen. Das war an sich schon der Kontakt, den ich außerhalb der Visite zu den Patienten hatte.
Die Visite in der Unfallchirurgie dauert pro Patient eine Minute. Sie läuft in etwa so ab: „Wie geht es uns denn heute? Was machen die Schmerzen? Zeigen Sie mal die Wunde. Na, das sieht ja prima aus. Wir entlassen Sie dann in drei Tagen. Lassen Sie sich noch ein bisschen von den Schwestern verwöhnen. Tschüss!“ Und dann verlassen 20 Menschen wieder den Raum, Chefarzt, Oberärzte, Assistenzärzte, Physiotherapeuten, Krankenpfleger und ganz hinten ich, der hier in den nächsten vier Wochen seinen Platz finden muss.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Oct 8, 2018

Medizin studieren

Reisevorbereitungen

2015 war ich das erste Mal in Skandinavien, damals knappe drei Wochen, nur mit Zelt, Rucksack und Verpflegung. Die Erfahrungen waren ziemlich intensiv, insbesondere was Schmerz und Hunger angeht.

Damals hatte ich nach kurzer Zeit erhebliche Probleme mit meinem rechten Knie, was wohl vorrangig an dem sehr ungewohnten Laufen über Schnee lag, denn ausgerechnet dieser Sommer war der schneereichste auf der Hardangervidda-Hochebene. Zudem habe ich unbeabsichtigt sieben Kilo an Körpergewicht in 3 Wochen verloren – das geht nicht ohne hungern. Für so lange Zeit Verpflegung mitzunehmen hätte das Gewicht des Rucksacks am Anfang fast unerträglich schwer gemacht, als packte ich nicht genug ein.

Dieses Jahr wird es in dreierlei Hinsicht anders sein: Erstens herrschen an unserem Ziel momentan 20 Grad, was selbst den Schnee zum Schmelzen gebracht haben sollte. Zweitens wollen wir mehr Essen mitnehmen. Die schlechte Laune aufgrund eines dauergrummelnden Magens wollen wir dieses Mal vermeiden. Sicherlich wird es nicht ohne Hunger gehen, bei 20 Kilometern mit 20 Kilogramm auf dem Rücken verbraucht man einfach so viel Energie, dass es unmöglich ist, genug Essen mitzunehmen. Drittens werden wir dieses Mal nicht das Gebiet wechseln, sondern länger am Stück durch drei verschiedene Nationalparks wandern, teils wohl nur mit Kompass und Karte, ohne markierten Wegen folgen zu können.

Ein bisschen schade ist, dass meine Vorfreude auf diese Reise von der Vorfreude und Nervosität auf den Triathlon in den Schatten gestellt wird. Aber es bleiben dafür noch Montag und Dienstag nach dem Triathlon – am Mittwoch geht es dann in aller Frühe los in den Norden!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Oct 1, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Oct 1, 2018

Medizin studieren

Die Pflicht erfüllt

Neben dem Training für den Triathlon und der Vorbereitung auf den Urlaub in Norwegen, musste ich auch für meine Klausuren lernen.
Die Klausuren, die ich aus dem zehnten Semester vorzog, absolvierte ich zum Glück erfolgreich. Nicht mit Bravour, aber das war nie das Ziel. Die Devise lautete ganz einfach: Abhaken, damit ich im zehnten Semester weniger Stress in der Klausurenphase habe und mich schon frühzeitig mit dem nahenden Staatsexamen auseinandersetzen kann.
Dann arbeitete ich die restlichen dreieinhalb Wochen mit Vollgas auf die Klausuren des 9. Semesters hin. Glücklicherweise sind die Klausuren bei uns in Münster meistens gut machbar, wenn man sich darauf vorbereitet hat. Das dahinterstehende Prinzip ist einfach: Warum sollte man – wie das angeblich in den Ingenieurswissenschaften oder naturwissenschaftlichen Studiengängen der Fall ist – die Leute während des Studiums aussortieren? Am Ende muss man das Staatsexamen, eine Prüfung, die für alle angehenden Ärzte identisch ist, bestehen. Entweder man kann es dann oder eben nicht. Ohne Lernen für die Klausuren geht es natürlich nicht. Angespannt bin dennoch immer.
Entsprechend erleichtert war ich, als meine Prüfungsleistungen grün in unserem Online-Verzeichnis aufgelistet waren. Pflicht erfüllt!
Jetzt kann ich mich auf den Triathlon und Norwegen freuen, bevor ich hoffentlich in die abschließende Phase meiner Promotion eintauchen muss!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 24, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 24, 2018