Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Noch mehr Praxis

Im sechsten Semester werden wir verstärkt an die Arbeit im Krankenhaus herangeführt. Das gesamte Semester wird in Blöcke unterteilt, um intensives Lernen im jeweiligen Fach zu ermöglichen.
Zuerst steht die Onkologie an. Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen sind sehr vielfältig, weshalb wir intensive drei Wochen damit verbringen, möglichst viel über Krebserkrankungen zu lernen. Jeden Morgen haben wir ein zweistündiges Seminar, in dem wir Fälle aus der Klinik durchgehen. Anschließend stehen Vorlesungen an. Bei der Behandlung von Krebspatienten werden viele verschiedene Fachabteilungen in die Beratung und Behandlung einbezogen, was man interdisziplinäre Medizin nennt. So stellen beispielsweise die Frauen-, Kinder-, Herz- und Lungenmedizin ihre Fachgebiete vor.
Beim sogenannten Praktikum am Krankenbett sind wir auf Stationen im Uni-Klinikum, um dort mit Patienten zu sprechen, eine neue Anamnese zu machen und dann im anschließenden Gespräch mit dem medizinischen Personal mehr über die Krankheitsgeschichte zu erfahren. An einem Nachmittag waren wir auch auf der Kinderonkologie – der Station also, auf der an Krebs erkrankte Kinder liegen.
Im nächsten Block geht es um die Innere Medizin. Es geht also beispielweise um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge. Begleitend haben wir jede Woche praktische Kurse, in denen wir beispielsweise lernen, einen Brustkorb richtig abzuhören oder ein Ultraschall-Gerät zu benutzen.
Abgeschlossen wird das Semester mit drei Wochen in der Rechtsmedizin, wo Obduktionen vorgenommen werden. Meine Mitbewohnerin Clara ist mir ein Semester voraus und hat bereits angekündigt, dass das nichts für schwache Nerven ist. Wir dürfen gespannt sein.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jan 29, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jan 29, 2019

Medizin studieren

Drei Tage Nichtstun

Dass Praktika sehr durchwachsen sein können, wusste ich bereits. Besonders unsere Blockpraktika, die wir am Uniklinikum passend zum Stundenplan absolvieren müssen, sind nicht immer unbedingt das Gelbe vom Ei. Das Praktikum in der Gynäkologie war jedoch zu Beginn besonders schlimm. Wir waren etwa 15 bis 20 Studierende in der Frauenklinik am Universitätsklinikum Münster – selbst in einer so großen Klinik sind das viel zu viele. So standen wir uns gegenseitig im Weg, nahmen uns die raren Plätze im OP weg und nervten die eh schon überarbeiteten Ärzte. Denkbar miese Voraussetzungen für ein gelungenes Praktikum.
Mich verschlug es am ersten Tag in die Brustkrebs-Sprechstunde für Menschen mit einer bestimmten Genmutation. Ich hörte dem Arzt zu, wie er besorgte Patientinnen, die diese Mutation von ihren Müttern, Großmüttern und Urgroßmüttern vererbt bekommen hatten, darüber aufklärte, welche Vorsorge-Untersuchungen ihnen in diesem speziellen Fall zustünden. Zunächst noch ganz interessant, wurde es nach dem zweiten Gespräch doch recht redundant und dann einfach nur noch langweilig. Einen ganzen Tag lang neben jemandem zu sitzen und nur zuzuhören ist für mich nicht erstrebenswert. Am nächsten Tag war ich wieder in einer Sprechstunde, dieses Mal für Endometriose, einer chronischen Unterleibserkrankung bei Frauen. Wieder begann es, nach zwei Gesprächen redundant zu werden und wieder gab es keine Möglichkeit, dem zu entgehen. Am dritten Tag, den ich in einer OP-Aufklärungs-Sprechstunde verbrachte, war ich kurz davor, zu verzweifeln. Aber das Warten hatte sich gelohnt: Die letzten zwei Tage durfte ich mit in den Kreißsaal, wo ich Geburten miterleben durfte! Das war etwas Besonderes!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 28, 2019

Medizin studieren

Brücken bauen

Mittlerweile ist es ein Jahr her, dass ich nach Nepal geflogen bin, um bei der Shanti Leprahilfe in Kathmandu zu arbeiten. All die Erfahrungen und Erlebnisse haben mich damals überfordert. Deshalb bin ich vor einem Jahr dem Verein Brückenwind beigetreten, der sich kritisch-konstruktiv mit der aktuellen Entwicklungszusammenarbeit auseinandersetzt. Sehr intensiv kümmern sich dort die Mitglieder um Freiwillige, die in die eigenen Projekte nach Ghana und Griechenland geschickt werden – davor und danach. So können sie für die Menschen vor Ort wie auch für sich selbst das Beste aus der Sache herausholen.
Nach ein paar Monaten Einarbeitung, in denen ich viel zugehört habe und von den anderen lernen durfte, habe ich endlich ein paar Aufgaben gefunden, die mich gleichzeitig fordern und sich gut anfühlen. So kümmere ich mich beispielsweise um die Vorbereitung der Seminare für die Freiwilligen, die nach Griechenland zur Nothilfe in der Nähe von Thessaloniki geschickt werden. Ich habe eine Einheit zu den Themen Eurozentrismus, Rassismus und Postkolonialismus vorbereitet und mit den Freiwilligen besprochen – klingt trocken, ist in der Praxis aber sehr lebendig.
Außerdem widme ich mich einer Kooperation mit Schulen, um mit Schülern von Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien ins Gespräch über Freiwilligendienste im Ausland zu kommen und diese kritisch zu reflektieren. Zudem bewerben wir uns nun für den Studierendenpreis der Uni Münster, der mit einem recht hohen Fördergeld versehen ist, um unsere Arbeit weiter vorantreiben zu können. Ich habe mich mal am Bewerbungsschreiben versucht und war erschrocken, wie viel ich seit dem Abitur doch an Schreibfähigkeit verlernt habe – ich hatte sonst immer den Eindruck, das gar nicht so schlecht zu können.
Insgesamt kann ich es jedem nur ans Herz legen, sich neben dem Studium zu engagieren. Es ist sehr bereichernd!

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jan 15, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jan 15, 2019