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Medizin studieren

Besuch auf der Kinderonkologie

Im Rahmen meines Praktikums besuchten wir auch die Station im Uni-Klinikum, auf der Kinder behandelt werden, die an Krebs erkrankt sind. Wir haben jeweils mit vier Kindern und deren Eltern gesprochen. Was uns nicht bewusst war, ist, dass drei der vier Kinder an ihrer Krankheit sterben werden. Das erfuhren wir erst im Nachhinein von den Ärzten.
Das Schicksal dieser so jungen Menschen hat mich sehr getroffen. Vor allem, da ich mir seit Jahren wünsche, Kinderarzt zu werden. In der Praxis ist es dann doch anders, als man es sich vorstellt. Da frage ich mich: Kann ich das aushalten?
Eine Patientin ist erst wenige Jahre alt, wir sprachen deshalb mit ihrem Vater. Das Mädchen ist an Leukämie erkrankt, was man auch als Blutkrebs bezeichnet. Im Blut gibt es rote Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren, den wir einatmen, und weiße Blutkörperchen, die für die Abwehr von Erregern zuständig sind, damit wir nicht krank werden. Bei der Leukämie sind die weißen Blutkörperchen so verändert, dass sie ihre Funktion nicht erfüllen können. Der Vater wirkte relativ gefasst. Es hat ein wenig gedauert, bis die Diagnose gestellt wurde. Das Mädchen spielte einfach weniger gern, schlief ein paar Stunden mehr am Tag, wirkte insgesamt verlangsamt. Als dann beim Arzt ein großes Blutbild gemacht wurde, war die Diagnose klar: Leukämie.
Nun bekommt das Mädchen eine Chemotherapie. Eine Situation, die sehr belastend für das Mädchen und für die Familie ist. Und genau darauf kommt es auch für das behandelnde medizinische Personal an: die gesamte Familie zu betreuen. Wir alle waren etwas fassungslos über dieses Schicksal. Ich bleibe mit vielen Fragen zurück: Wie kann ich als Arzt eine Stütze sein? Wie gehe ich mit solchen Schicksalen um? Ich merke aber, dass diese Fragen mich nicht über-, sondern herausfordern. Und das macht mir Mut, den Weg in Richtung Kindermedizin weiter zu gehen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Feb 6, 2019

Medizin studieren

Allgemeinmedizin - Woche 1

Nach meinem eher unrühmlichen Blockpraktikum in der Gynäkologie ging es weiter mit dem zweiwöchigen Blockpraktikum in Allgemeinmedizin. Das Seminar zu Beginn des Praktikums fand am Montag von 8 bis 16 Uhr statt. Vorher musste ich in der Klinik noch eine Nachtschicht schieben. Kein Schlaf für mich also. Irgendwie schaffte ich es trotzdem, nicht einzuschlafen und mich durch den Tag zu quälen, um dann um 18 Uhr totmüde in mein Bett zu fallen.
Anders als in meinem letzten Allgemeinarzt-Praktikum herrschte dieses Mal keine Grippewelle, sodass die Patienten mit recht unterschiedlichen Beschwerden kamen: Mal eine ältere Dame, die ihre Medikamente falsch eingenommen hatte und jetzt an Nebenwirkungen litt, dann eine erkältete Patientin, die eine Krankschreibung brauchte. Schließlich ein Patient, der zum Verbandswechsel nach einem Fahrradsturz aufkreuzte und ein Mann, der an Burnout litt. Als Allgemeinmediziner weiß man nie, wer mit was als nächstes „durch die Tür“ gelaufen kommt. Das macht diesen Bereich spannend und abwechslungsreich!
Auf die zweite Woche bin ich gespannt, denn dann darf ich selbst Patientengespräche führen und die eine oder andere Untersuchung machen!

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 4, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Feb 4, 2019

Medizin studieren

Noch mehr Praxis

Im sechsten Semester werden wir verstärkt an die Arbeit im Krankenhaus herangeführt. Das gesamte Semester wird in Blöcke unterteilt, um intensives Lernen im jeweiligen Fach zu ermöglichen.
Zuerst steht die Onkologie an. Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen sind sehr vielfältig, weshalb wir intensive drei Wochen damit verbringen, möglichst viel über Krebserkrankungen zu lernen. Jeden Morgen haben wir ein zweistündiges Seminar, in dem wir Fälle aus der Klinik durchgehen. Anschließend stehen Vorlesungen an. Bei der Behandlung von Krebspatienten werden viele verschiedene Fachabteilungen in die Beratung und Behandlung einbezogen, was man interdisziplinäre Medizin nennt. So stellen beispielsweise die Frauen-, Kinder-, Herz- und Lungenmedizin ihre Fachgebiete vor.
Beim sogenannten Praktikum am Krankenbett sind wir auf Stationen im Uni-Klinikum, um dort mit Patienten zu sprechen, eine neue Anamnese zu machen und dann im anschließenden Gespräch mit dem medizinischen Personal mehr über die Krankheitsgeschichte zu erfahren. An einem Nachmittag waren wir auch auf der Kinderonkologie – der Station also, auf der an Krebs erkrankte Kinder liegen.
Im nächsten Block geht es um die Innere Medizin. Es geht also beispielweise um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge. Begleitend haben wir jede Woche praktische Kurse, in denen wir beispielsweise lernen, einen Brustkorb richtig abzuhören oder ein Ultraschall-Gerät zu benutzen.
Abgeschlossen wird das Semester mit drei Wochen in der Rechtsmedizin, wo Obduktionen vorgenommen werden. Meine Mitbewohnerin Clara ist mir ein Semester voraus und hat bereits angekündigt, dass das nichts für schwache Nerven ist. Wir dürfen gespannt sein.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jan 29, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jan 29, 2019