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Medizin studieren

Allgemeinmedizin - Woche 1

Nach meinem eher unrühmlichen Blockpraktikum in der Gynäkologie ging es weiter mit dem zweiwöchigen Blockpraktikum in Allgemeinmedizin. Das Seminar zu Beginn des Praktikums fand am Montag von 8 bis 16 Uhr statt. Vorher musste ich in der Klinik noch eine Nachtschicht schieben. Kein Schlaf für mich also. Irgendwie schaffte ich es trotzdem, nicht einzuschlafen und mich durch den Tag zu quälen, um dann um 18 Uhr totmüde in mein Bett zu fallen.
Anders als in meinem letzten Allgemeinarzt-Praktikum herrschte dieses Mal keine Grippewelle, sodass die Patienten mit recht unterschiedlichen Beschwerden kamen: Mal eine ältere Dame, die ihre Medikamente falsch eingenommen hatte und jetzt an Nebenwirkungen litt, dann eine erkältete Patientin, die eine Krankschreibung brauchte. Schließlich ein Patient, der zum Verbandswechsel nach einem Fahrradsturz aufkreuzte und ein Mann, der an Burnout litt. Als Allgemeinmediziner weiß man nie, wer mit was als nächstes „durch die Tür“ gelaufen kommt. Das macht diesen Bereich spannend und abwechslungsreich!
Auf die zweite Woche bin ich gespannt, denn dann darf ich selbst Patientengespräche führen und die eine oder andere Untersuchung machen!

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 4, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Feb 4, 2019

Medizin studieren

Noch mehr Praxis

Im sechsten Semester werden wir verstärkt an die Arbeit im Krankenhaus herangeführt. Das gesamte Semester wird in Blöcke unterteilt, um intensives Lernen im jeweiligen Fach zu ermöglichen.
Zuerst steht die Onkologie an. Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen sind sehr vielfältig, weshalb wir intensive drei Wochen damit verbringen, möglichst viel über Krebserkrankungen zu lernen. Jeden Morgen haben wir ein zweistündiges Seminar, in dem wir Fälle aus der Klinik durchgehen. Anschließend stehen Vorlesungen an. Bei der Behandlung von Krebspatienten werden viele verschiedene Fachabteilungen in die Beratung und Behandlung einbezogen, was man interdisziplinäre Medizin nennt. So stellen beispielsweise die Frauen-, Kinder-, Herz- und Lungenmedizin ihre Fachgebiete vor.
Beim sogenannten Praktikum am Krankenbett sind wir auf Stationen im Uni-Klinikum, um dort mit Patienten zu sprechen, eine neue Anamnese zu machen und dann im anschließenden Gespräch mit dem medizinischen Personal mehr über die Krankheitsgeschichte zu erfahren. An einem Nachmittag waren wir auch auf der Kinderonkologie – der Station also, auf der an Krebs erkrankte Kinder liegen.
Im nächsten Block geht es um die Innere Medizin. Es geht also beispielweise um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge. Begleitend haben wir jede Woche praktische Kurse, in denen wir beispielsweise lernen, einen Brustkorb richtig abzuhören oder ein Ultraschall-Gerät zu benutzen.
Abgeschlossen wird das Semester mit drei Wochen in der Rechtsmedizin, wo Obduktionen vorgenommen werden. Meine Mitbewohnerin Clara ist mir ein Semester voraus und hat bereits angekündigt, dass das nichts für schwache Nerven ist. Wir dürfen gespannt sein.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jan 29, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jan 29, 2019

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Drei Tage Nichtstun

Dass Praktika sehr durchwachsen sein können, wusste ich bereits. Besonders unsere Blockpraktika, die wir am Uniklinikum passend zum Stundenplan absolvieren müssen, sind nicht immer unbedingt das Gelbe vom Ei. Das Praktikum in der Gynäkologie war jedoch zu Beginn besonders schlimm. Wir waren etwa 15 bis 20 Studierende in der Frauenklinik am Universitätsklinikum Münster – selbst in einer so großen Klinik sind das viel zu viele. So standen wir uns gegenseitig im Weg, nahmen uns die raren Plätze im OP weg und nervten die eh schon überarbeiteten Ärzte. Denkbar miese Voraussetzungen für ein gelungenes Praktikum.
Mich verschlug es am ersten Tag in die Brustkrebs-Sprechstunde für Menschen mit einer bestimmten Genmutation. Ich hörte dem Arzt zu, wie er besorgte Patientinnen, die diese Mutation von ihren Müttern, Großmüttern und Urgroßmüttern vererbt bekommen hatten, darüber aufklärte, welche Vorsorge-Untersuchungen ihnen in diesem speziellen Fall zustünden. Zunächst noch ganz interessant, wurde es nach dem zweiten Gespräch doch recht redundant und dann einfach nur noch langweilig. Einen ganzen Tag lang neben jemandem zu sitzen und nur zuzuhören ist für mich nicht erstrebenswert. Am nächsten Tag war ich wieder in einer Sprechstunde, dieses Mal für Endometriose, einer chronischen Unterleibserkrankung bei Frauen. Wieder begann es, nach zwei Gesprächen redundant zu werden und wieder gab es keine Möglichkeit, dem zu entgehen. Am dritten Tag, den ich in einer OP-Aufklärungs-Sprechstunde verbrachte, war ich kurz davor, zu verzweifeln. Aber das Warten hatte sich gelohnt: Die letzten zwei Tage durfte ich mit in den Kreißsaal, wo ich Geburten miterleben durfte! Das war etwas Besonderes!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 28, 2019