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Nebelwald

Nachdem die Entscheidung, dem Surfen erstmal den Rücken zuzukehren, getroffen war, konnte ich neue Pläne schmieden. Der erste Stopp sollte bei dem Nebelwaldreservat Monteverde sein. Im kleinen, zur Hauptsaison wohl ziemlich touristischen Örtchen Santa Elena angekommen, merkte ich erst, wie wenig momentan los war. September und Oktober sind die regenreichsten Monate im Großteil des Landes. Alles war leer, was dem einen oder anderen Restaurant schon eher eine traurige Atmosphäre verlieh. Abgesehen davon war das Fehlen anderer Touristen aber auch ein Vorteil: Die Unterkünfte waren billiger, vor allem aber waren die Nationalparks leerer. Dazu kam, dass ich mir wieder einen „tropischen“ Tagesrhythmus zulegte, also mit dem Sonnenaufgang um fünf aufstand um viel unternehmen zu können, bevor die täglichen Regenfälle gegen 14 Uhr einen ohnehin an die Unterkunft fesselten.
Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass man so auch vor allen anderen durch die Nationalparks streifen konnte. Direkt am ersten Tag hatte ich das Glück auf meiner Seite und konnte einen der schönsten Vögel, die Costa Rica zu bieten hat, beobachten: Einen Quetzal!
Aber auch abgesehen von vielen exotischen Tieren waren die Nationalparks von Monteverde atemberaubend. Wie der Begriff Nebelwald nämlich schon sagt, hüllen sich die Kronen majestätischer, uralter Bäume, bewachsen mit Lianen und anderen weiteren Pflanzen, in mystisch anmutende Wolken. Ein wunderschöner Anblick!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 25, 2019

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Zwei Wochen Surfen light

Wenn ich an Costa Rica dachte, hatte ich immer einen Palmenstrand, blauen Himmel, blaues klares Wasser und epische Wellen im Kopf. Da meine Reisezeit allerdings in die Regenzeit fiel, war von vornherein klar, dass mindestens zwei dieser Dinge nicht unbedingt zur Tagesordnung gehören würden.
Aber durch Freunde und Internetbeiträge ermutigt, in Costa Rica seien die Wellen ganzjährig „perfekt“, war ich bereit, die regenreichere und dafür touristenärmere Zeit in Kauf zu nehmen!
In einem kleinen angesagten Surferort schlug ich erstmal mein Lager auf, um mich zu akklimatisieren und ins Surfen reinzukommen. Doch das war leichter gesagt als getan. Die Wellen waren wirklich alles andere als gut. Also so schlecht, dass ich meine Entscheidung nach Costa Rica zu fliegen, ernsthaft in Zweifel zog.
Zwei Wochen verharrte ich an dem Hipster-Hippie-Ort und hatte ein paar Sessions, die relativ okay waren. Jedoch nichts, wofür ich nochmal um die halbe Welt fliegen würde.
Zu viel Wind, zu wenig Wellen, dann auf einmal von allem viel zu viel. Dann nur noch Wind. Selbst Frankreich hat mich noch nie dermaßen im Stich gelassen. Vielleicht waren meine Ansprüche auch ein wenig zu hoch, doch schließlich fliegt man ja nicht 17 Stunden, um am Ende etwas zu machen, was man „vor der Haustür“ mindestens ebenso gut hätte machen können.
Als auch nach zwei Wochen keine Besserung in Sicht war, beschloss ich, von nun an das Land zu erkunden. Wenn ich schon mal hier bin, dachte ich, versuche ich, dieser Megabiodiversität auf den Grund zu gehen und das Land kennenzulernen. Wellen gibt es ab jetzt erstmal nur noch in Europa!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 20, 2019

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Dicke Belohnung

Als Belohnung für meine erfolgreiche Promotion und weil es vermutlich die letzte Gelegenheit ist, noch einmal so richtig weit zu reisen, bevor der Berufsalltag mich einfängt, machte ich mich nach der Disputation auf nach Costa Rica.
Costa Rica ist ein kleines Land in Mittelamerika, verbindet also Süd- und Nordamerika und ist damit, und auch aufgrund seiner Lage in den Tropen, Heimat für eine unglaublich hohe Anzahl verschiedener Pflanzen und Tiere. Costa Rica, das gerade einmal die Fläche Niedersachsens aufweist, zählt zu den sogenannten Megadiversitätsländern der Erde, also den Ländern, die besonders viele verschiedene Spezies pro Fläche beherbergen. Dass viele dieser Arten – auch durch den Tourismus – vom Aussterben bedroht sind, liegt wohl auf der Hand.
Anders als viele andere Länder Lateinamerikas hat sich Costa Rica, zumindest oberflächlich, dem „grünen“ Tourismus und Umweltschutz verschrieben.
Zunächst hieß es aber, den Hinflug zu überstehen. Ich habe keine Flugangst, aber die Landung in San José, der Hauptstadt Costa Ricas, bescherte auch mir ziemlich schwitzige Hände. Nach beinahe elf ruhigen Stunden in der Luft gestaltete sich der Landeanflug ziemlich turbulent, Gläser gingen zu Bruch, der ein oder andere Schrei war zu hören und auf einmal musste der Pilot durchstarten. Die Wetterbedingungen waren zu schlecht, die Landung musste abgebrochen werden. Eine Stunde kreisten wir über San José, um auf besseres Wetter zu warten, doch so schnell ging das nicht. Als der Sprit zu Neige ging, mussten wir einen ca. 150 km nördlich gelegenen Flughafen anfliegen. Dort wurde aufgetankt und am Boden auf besseres Wetter gewartet. Nach etwa zwei Stunden ging es dann zurück nach San José, das Gewitter hatte sich verzogen. Aber gut 15 Stunden in der Holzklasse sind wahrlich kein Vergnügen.
Die Strapazen waren schnell vergessen: Beim Aussteigen aus dem Flieger freute ich mich auf zwei Monate voller Wellen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 13, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 13, 2019