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Medizin studieren

Unter Forschern

Nach ein paar Tagen in Monteverde hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von wirklich supernetten Gastgebern, die mich immer wieder mit Obst, Smoothies und vielen Tipps versorgt hatten.
Der nächste Stopp auf der Reise war zwar wieder ein Nebelwaldgebiet, allerdings ca. 200 Kilometer südlich von Monteverde. Und im Gegensatz zu Monteverde, was ein staatliches Naturreservat ist, handelte es sich dieses Mal um ein privates Reservat. Das Land hatte ein amerikanisches Ehepaar in den 80ern aufgekauft, als es noch abgeholzt und für die Viehzucht verwendet wurde. Als in den 70ern und 80ern jedoch ein Politikwechsel in Costa Rica weg von der landintensiven Viehwirtschaft hin zu „grünem Tourismus“ stattfand, fanden sich neben dem Staat viele Privatleute, die Land kauften, um dieses wieder aufzuforsten.
Das Reservat, in welchem ich nun untergebracht war, baute dort eine private Forschungsstation auf, die Platz für bis zu 30 Wissenschaftler aus aller Welt beherbergt. Neben der Wiederaufforstung, begleitet durch Ökologen und Baumspezialisten, verschrieb sich diese Station auch dem Tierschutz.
Als ich dort ankam, waren gerade etwa zehn Biologen dort untergebracht, die allesamt in unterschiedlichen Projekten arbeiteten. Ein Franzose klassifizierte Schmetterlinge, eine Deutsche baute Kamerafallen für die eher scheuen Säugetiere auf, ein Engländer überwachte die Aufforstung und stellte Studien an, die den Prozess des Aufforstens unter verschiedenen Bedingungen überwachten.
Um einen Teil ihrer Kosten zu decken, hatten die Wissenschaftler zwei kleine Holzhäuschen in den Wald gestellt, um Touristen, die Lust hatten so richtig in den „Dschungel“ einzutauchen, einen Einblick in ihre Arbeit und in die Natur zu gewähren. Da nur mein Holzhäuschen belegt war hieß das, dass ich ein knapp 1.000 Hektar großes Areal mit Wanderpfaden für mich allein hatte. Diese erkundete ich und fand die ein oder andere schöne Stelle, an der man, mitten im Urwald, einen kleinen Wasserfall hinunterspringen und im Anschluss im Fluss schwimmen konnte. Nachmittags, während des Regens, saß ich auf meiner Veranda und beobachtete Kolibris bei ihren Flugkünsten. Das Leben könnte schlechter sein!
Die Wissenschaftler selbst boten Touren durch das Reservat an, und so buchte ich eine „Waldführung“, in der mir ein auf Wälder und Bäume spezialisierter Ökologe alles über Nebel-, Trocken- und Regenwälder, Primärwal und Sekundärwald und vieles mehr erzählte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Dec 2, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Dec 2, 2019

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Nebelwald

Nachdem die Entscheidung, dem Surfen erstmal den Rücken zuzukehren, getroffen war, konnte ich neue Pläne schmieden. Der erste Stopp sollte bei dem Nebelwaldreservat Monteverde sein. Im kleinen, zur Hauptsaison wohl ziemlich touristischen Örtchen Santa Elena angekommen, merkte ich erst, wie wenig momentan los war. September und Oktober sind die regenreichsten Monate im Großteil des Landes. Alles war leer, was dem einen oder anderen Restaurant schon eher eine traurige Atmosphäre verlieh. Abgesehen davon war das Fehlen anderer Touristen aber auch ein Vorteil: Die Unterkünfte waren billiger, vor allem aber waren die Nationalparks leerer. Dazu kam, dass ich mir wieder einen „tropischen“ Tagesrhythmus zulegte, also mit dem Sonnenaufgang um fünf aufstand um viel unternehmen zu können, bevor die täglichen Regenfälle gegen 14 Uhr einen ohnehin an die Unterkunft fesselten.
Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass man so auch vor allen anderen durch die Nationalparks streifen konnte. Direkt am ersten Tag hatte ich das Glück auf meiner Seite und konnte einen der schönsten Vögel, die Costa Rica zu bieten hat, beobachten: Einen Quetzal!
Aber auch abgesehen von vielen exotischen Tieren waren die Nationalparks von Monteverde atemberaubend. Wie der Begriff Nebelwald nämlich schon sagt, hüllen sich die Kronen majestätischer, uralter Bäume, bewachsen mit Lianen und anderen weiteren Pflanzen, in mystisch anmutende Wolken. Ein wunderschöner Anblick!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 25, 2019

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Zwei Wochen Surfen light

Wenn ich an Costa Rica dachte, hatte ich immer einen Palmenstrand, blauen Himmel, blaues klares Wasser und epische Wellen im Kopf. Da meine Reisezeit allerdings in die Regenzeit fiel, war von vornherein klar, dass mindestens zwei dieser Dinge nicht unbedingt zur Tagesordnung gehören würden.
Aber durch Freunde und Internetbeiträge ermutigt, in Costa Rica seien die Wellen ganzjährig „perfekt“, war ich bereit, die regenreichere und dafür touristenärmere Zeit in Kauf zu nehmen!
In einem kleinen angesagten Surferort schlug ich erstmal mein Lager auf, um mich zu akklimatisieren und ins Surfen reinzukommen. Doch das war leichter gesagt als getan. Die Wellen waren wirklich alles andere als gut. Also so schlecht, dass ich meine Entscheidung nach Costa Rica zu fliegen, ernsthaft in Zweifel zog.
Zwei Wochen verharrte ich an dem Hipster-Hippie-Ort und hatte ein paar Sessions, die relativ okay waren. Jedoch nichts, wofür ich nochmal um die halbe Welt fliegen würde.
Zu viel Wind, zu wenig Wellen, dann auf einmal von allem viel zu viel. Dann nur noch Wind. Selbst Frankreich hat mich noch nie dermaßen im Stich gelassen. Vielleicht waren meine Ansprüche auch ein wenig zu hoch, doch schließlich fliegt man ja nicht 17 Stunden, um am Ende etwas zu machen, was man „vor der Haustür“ mindestens ebenso gut hätte machen können.
Als auch nach zwei Wochen keine Besserung in Sicht war, beschloss ich, von nun an das Land zu erkunden. Wenn ich schon mal hier bin, dachte ich, versuche ich, dieser Megabiodiversität auf den Grund zu gehen und das Land kennenzulernen. Wellen gibt es ab jetzt erstmal nur noch in Europa!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 20, 2019