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Medizin studieren

Zwei Wochen Surfen light

Wenn ich an Costa Rica dachte, hatte ich immer einen Palmenstrand, blauen Himmel, blaues klares Wasser und epische Wellen im Kopf. Da meine Reisezeit allerdings in die Regenzeit fiel, war von vornherein klar, dass mindestens zwei dieser Dinge nicht unbedingt zur Tagesordnung gehören würden.
Aber durch Freunde und Internetbeiträge ermutigt, in Costa Rica seien die Wellen ganzjährig „perfekt“, war ich bereit, die regenreichere und dafür touristenärmere Zeit in Kauf zu nehmen!
In einem kleinen angesagten Surferort schlug ich erstmal mein Lager auf, um mich zu akklimatisieren und ins Surfen reinzukommen. Doch das war leichter gesagt als getan. Die Wellen waren wirklich alles andere als gut. Also so schlecht, dass ich meine Entscheidung nach Costa Rica zu fliegen, ernsthaft in Zweifel zog.
Zwei Wochen verharrte ich an dem Hipster-Hippie-Ort und hat ein paar Sessions, die relativ okay waren. Jedoch nichts, wofür ich nochmal um die halbe Welt fliegen würde.
Zu viel Wind, zu wenig Wellen, dann auf einmal von allem viel zu viel. Dann nur noch Wind. Selbst Frankreich hat mich noch nie dermaßen im Stich gelassen. Vielleicht waren meine Ansprüche auch ein wenig zu hoch, doch schließlich fliegt man ja nicht 17 Stunden, um am Ende etwas zu machen, was man „vor der Haustür“ mindestens ebenso gut hätte machen können.
Als auch nach zwei Wochen keine Besserung in Sicht war, beschloss ich, von nun an das Land zu erkunden. Wenn ich schon mal hier bin, dachte ich, versuche ich, dieser Megabiodiversität auf den Grund zu gehen und das Land kennenzulernen. Wellen gibt es ab jetzt erstmal nur noch in Europa!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 20, 2019

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Dicke Belohnung

Als Belohnung für meine erfolgreiche Promotion und weil es vermutlich die letzte Gelegenheit ist, noch einmal so richtig weit zu reisen, bevor der Berufsalltag mich einfängt, machte ich mich nach der Disputation auf nach Costa Rica.
Costa Rica ist ein kleines Land in Mittelamerika, verbindet also Süd- und Nordamerika und ist damit, und auch aufgrund seiner Lage in den Tropen, Heimat für eine unglaublich hohe Anzahl verschiedener Pflanzen und Tiere. Costa Rica, das gerade einmal die Fläche Niedersachsens aufweist, zählt zu den sogenannten Megadiversitätsländern der Erde, also den Ländern, die besonders viele verschiedene Spezies pro Fläche beherbergen. Dass viele dieser Arten – auch durch den Tourismus – vom Aussterben bedroht sind, liegt wohl auf der Hand.
Anders als viele andere Länder Lateinamerikas hat sich Costa Rica, zumindest oberflächlich, dem „grünen“ Tourismus und Umweltschutz verschrieben.
Zunächst hieß es aber, den Hinflug zu überstehen. Ich habe keine Flugangst, aber die Landung in San José, der Hauptstadt Costa Ricas, bescherte auch mir ziemlich schwitzige Hände. Nach beinahe elf ruhigen Stunden in der Luft gestaltete sich der Landeanflug ziemlich turbulent, Gläser gingen zu Bruch, der ein oder andere Schrei war zu hören und auf einmal musste der Pilot durchstarten. Die Wetterbedingungen waren zu schlecht, die Landung musste abgebrochen werden. Eine Stunde kreisten wir über San José, um auf besseres Wetter zu warten, doch so schnell ging das nicht. Als der Sprit zu Neige ging, mussten wir einen ca. 150 km nördlich gelegenen Flughafen anfliegen. Dort wurde aufgetankt und am Boden auf besseres Wetter gewartet. Nach etwa zwei Stunden ging es dann zurück nach San José, das Gewitter hatte sich verzogen. Aber gut 15 Stunden in der Holzklasse sind wahrlich kein Vergnügen.
Die Strapazen waren schnell vergessen: Beim Aussteigen aus dem Flieger freute ich mich auf zwei Monate voller Wellen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 13, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Nov 13, 2019

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Die Verteidigung

Nach einem Tag übertriebener Aufregung saß ich dann also eines Morgens im Dekanatsbüro, meinem Doktorvater und Zweitgutachter gegenüber. Eine Viertelstunde Vortrag über mein Thema, gefolgt von einer halben Stunde Fragen zum Thema, der Methodik, der Diskussion. Alles in allem klang das sehr machbar, aber eben auch irgendwie ziemlich stressig. In so einer halben Stunde kann man ganz schön viel Zeug gefragt werden. Als hätte er mir meine Bedenken im Gesicht abgelesen, meinte mein Doktorvater nur: „Jetzt machen Sie sich mal keine Gedanken, wir haben uns gestern Abend nicht zusammengesetzt und extra fiese Fragen ausgedacht, wir wissen ja schon, dass Sie Ahnung vom Thema haben, sonst hätten Sie die Arbeit im Labor nicht machen und letzten Endes ja auch nicht schreiben können!“.
Während des Vortrags war ich dann zwar doch ziemlich fahrig – eine absolut neue Erfahrung für mich, da ich Referate und Vorträge bisher nie als sonderlich belastend empfunden hatte. Doch das legte sich mit der Zeit und spätestens, als die Fragerunde begann, entspannte ich mich zunehmend. Es wurde klar, dass alle Horrorszenarien eben genau das waren: Hirngespinste. Die Fragen waren jetzt nicht selbsterklärend, aber eben keineswegs darauf ausgelegt, mir eine besonders schwere Zeit zu bereiten. Neben Hintergrundwissen wurde viel gefragt, was man noch hätte anders machen können oder wie sich bestimmte Dinge in Zukunft besser überprüfen ließen. Alles in allem ging die Fragezeit auch wirklich im Null-Komma-Nichts rum.
Und hinterließ mich, wieder einmal, mit dem Gefühl, mir ein bisschen zu viel Stress gemacht zu haben. Und mit einem unbeschreiblichen Hochgefühl. Drei Jahre hatte der Prozess nun gedauert, davon eineinhalb Jahre Labor und Auswertung sowie ein knappes halbes Jahr des Zusammenschreibens. Und eben ein gutes halbes Jahr des Wartens auf die Überprüfung der Arbeit. Und nun war es also geschafft, die Doktorarbeit ist in trockenen Tüchern!
Tragen darf ich den Titel allerdings erst, wenn ich dann fertiger Arzt bin, sprich in einem guten Jahr! Aber das kann ich dann auch noch gerade so erwarten!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Oct 14, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Oct 14, 2019