interaktiv

Zwischen Studium & Beruf

In Berlin trifft sich die Welt

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

04.02.2016

Berlin ist einfach ein Magnet und Knotenpunkt schlechthin. Viele Freunde, die ich aus dem Studium kenne, leben jetzt dort. Toll an Berlin ist auch, dass häufiger Freunde aus aller Welt auf Durchreise sind. Ohne mich selbst bemühen zu müssen, ist es dadurch leichter geworden, Kontakte zu halten.

Gestern erst traf ich einen Freund, den ich noch aus Lima kenne. Nach einem gemütlichen Kaffee gingen wir spontan in die „Kirche“. Eine echte Kirche, die zur Konzerthalle umgebaut wurde und sehr hip daher kommt. Wir sahen einen Dokumentarfilm über die Underground-Technoszene der Stadt direkt nach dem Mauerfall. Ost und West trafen sich damals um Partys zu feiern und festzustellen, dass sie vielleicht unterschiedliche Bands kennen, doch alle gleichermaßen verrückt nach dieser Musik sind. Diese Zeit war ihre große Freiheit: leer stehende Häuser wurden zu innovativen Clubs – bis die Makler kamen.

Bei mir um die Ecke gab es früher eine Reihe solcher legendärer Technoschuppen. Heute ist dort die Medien-Halbinsel, wo internationale Konzerne angesiedelt sind. Es ist wahnsinnig spannend, wie schnell Berlin sich veränderte und auch immer noch verändert. Es gibt hier viele Geschichten zu entdecken!

Mein Gefühl nach den ersten Wochen ist, dass Berlin eine Stadt der internationalen und flüchtigen Begegnungen ist. Morgens wird Deutsch gesprochen und abends mischen sich alle Sprachen der Welt. Zurück bleibt die Verbindlichkeit zwischen den Menschen. Nach der langen Zeit auf Reisen sind mir jedoch gerade Verbindlichkeit, ein fester Freundeskreis und tiefergehende Gespräche ungemein wichtig, wobei ich es auch schade finden würde, diese andere Facette der Stadt zu verpassen.

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