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Zwischen Studium & Beruf

Künstler in Berlin

Auf meiner Heimfahrt vor Weihnachten hörte ich auf der Fähre zwei Deutsche, die sich darüber unterhielten, wie toll es sei, in Berlin zu leben. Durch Erasmus-Austausch, Studienprojekte oder Beziehungen ziehe es uns Deutsche ja überall hin, aber dass auch Berlin eine inspirierende Metropole sei, vergäßen viele. Das leuchtete mir damals ein und ich war schon in den Startlöchern, um im Februar nach Berlin zu ziehen. Aber dann kam doch wieder alles anders. Doch mehr dazu im nächsten Text.

Dank meines Bruders kam ich im Januar dann aber doch noch nach Berlin, um ihn dort beim Filmen eines Interviews zu unterstützen. Diesmal ließen wir den Bundestag, die Museen und Kneipen außen vor und schlenderten nach getaner Arbeit über das Tempelhofer Feld, entdeckten urbane Gärten und suchten alternative Unterhaltungsmöglichkeiten. Das ließ sich in Berlin alles ziemlich leicht finden. Vor allem was das kulturelle Angebot betrifft.

Dem konnte ein Bekannter, den wir am Tag unserer Abreise zum Frühstück trafen, nur beipflichten. Er umschrieb es so: Wenn er mit dem Zug durch Deutschland reise, wären die Gespräche in Berlin sehr auf Kultur und Intellektuellem bedacht, wohingegen je weiter er in den Süden komme, die Inhalte sich eher um Produktivität und Pragmatisches drehen würden. Er meinte, Berlin böte eine große Vielfalt und würde es auch Künstlern erlauben, über die Runden zu kommen. Was er sich in München hingegen nicht vorstellen könne.

Es gibt sie also doch die Menschen mit alternativem Lebensstil, die Unabhängigen und die Freigeister, die sich in der Masse einer Hauptstadt gut integreren können. Um ein ungewisses Arbeitsverhältnis einzugehen, braucht man wohl doch nicht so viel Mut, wie ich dachte. Und wer sich selbst versorgen und dabei noch Gutes für die Gesellschaft tut, sollte doch auch als jemand angesehen werden, der was „Gscheits“ macht, oder? Ich jedenfalls genoss unser Gespräch und fuhr voller Euphorie und mit vielen neuen Ideen für mögliche Projekte Richtung Heimat gen Süden.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 5, 2016
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Feb 5, 2016

Zwischen Studium & Beruf

In Berlin trifft sich die Welt

Berlin ist einfach ein Magnet und Knotenpunkt schlechthin. Viele Freunde, die ich aus dem Studium kenne, leben jetzt dort. Toll an Berlin ist auch, dass häufiger Freunde aus aller Welt auf Durchreise sind. Ohne mich selbst bemühen zu müssen, ist es dadurch leichter geworden, Kontakte zu halten.

Gestern erst traf ich einen Freund, den ich noch aus Lima kenne. Nach einem gemütlichen Kaffee gingen wir spontan in die „Kirche“. Eine echte Kirche, die zur Konzerthalle umgebaut wurde und sehr hip daher kommt. Wir sahen einen Dokumentarfilm über die Underground-Technoszene der Stadt direkt nach dem Mauerfall. Ost und West trafen sich damals um Partys zu feiern und festzustellen, dass sie vielleicht unterschiedliche Bands kennen, doch alle gleichermaßen verrückt nach dieser Musik sind. Diese Zeit war ihre große Freiheit: leer stehende Häuser wurden zu innovativen Clubs – bis die Makler kamen.

Bei mir um die Ecke gab es früher eine Reihe solcher legendärer Technoschuppen. Heute ist dort die Medien-Halbinsel, wo internationale Konzerne angesiedelt sind. Es ist wahnsinnig spannend, wie schnell Berlin sich veränderte und auch immer noch verändert. Es gibt hier viele Geschichten zu entdecken!

Mein Gefühl nach den ersten Wochen ist, dass Berlin eine Stadt der internationalen und flüchtigen Begegnungen ist. Morgens wird Deutsch gesprochen und abends mischen sich alle Sprachen der Welt. Zurück bleibt die Verbindlichkeit zwischen den Menschen. Nach der langen Zeit auf Reisen sind mir jedoch gerade Verbindlichkeit, ein fester Freundeskreis und tiefergehende Gespräche ungemein wichtig, wobei ich es auch schade finden würde, diese andere Facette der Stadt zu verpassen.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 4, 2016
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
Feb 4, 2016

Zwischen Studium & Beruf

Lebe deinen Traum

Wenn ich auf die Frage nach meiner derzeitigen Beschäftigung „arbeitssuchend“ antworten muss, verpasst mir das schon ein mulmiges Gefühl. Aber ich werde jetzt erst einmal prüfen, was zu meinen Interessen, Fähigkeiten und Visionen passt, anstatt anderen Stimmen oder Gegebenheiten zu folgen. Und vielleicht wird mir das Arbeitsvermittlungsgespräch in der Agentur für Arbeit im Februar auch weiterhelfen.

Nach den besinnlichen Feiertagen, habe ich einfach mal richtig abgeschalten und mit vielen Leuten über meinen künftigen Werdegang gesprochen. Das hilft mir immer, selbst wenn ich merke, dass andere nicht mehr wissen, als ich selbst. Außerdem dachte ich, dass ein paar YouTube-Videos und Philosophie-Magazine genau das Richtige sein würden, um mich auf die richtige Bahn zu bringen. Lebe deinen Traum! Sei du selbst! Folge deinen Leidenschaften! So heißt es in vielen dieser Motivationsvideos. Wenn man etwas noch nicht erreicht hat, dann nur, weil man sich noch nicht getraut hat. Die meisten Beiträge bauen auf Motivation und Individualismus: Umgebe dich einfach mit Erfolgstypen und du selbst wirst auch Erfolg haben. Da sind mir die fast schon melancholisch anmutenden Artikel im Philosophie-Magazin schon lieber. Hat mein Leben ein Ziel? Entscheidet das der Zufall? Hat man überhaupt einen Willen? Und irgendwo zwischen den Zeilen, steht auch, wie der eigene Traum in die Wirklichkeit passt. Vor allem, wenn ich auch anderen Menschen helfen will, ihre Träume auf einem gemeinsamen Planeten zu leben.

Am besten kann ich Menschen beistehen, beraten, quasi eine Mentorfunktion einnehmen. Aber gibt es dafür ein Beruf? Einen Beruf mit Zukunft? Ich habe mich schon als Seminarleiter auf einem Segelschiff beworben, wo es darum geht, den Teilnehmenden Lebenskompetenzen beizubringen und sie zu offenen, umsichtigen und nachhaltigen Führungspersönlichkeiten auszubilden. Oder soll ich doch eine Website anfertigen, mich selbständig machen oder Lehrer werden?

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 27, 2016
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Jan 27, 2016

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