interaktiv

Zwischen Studium & Beruf

Künstler in Berlin

Autor:
Manuel

Rubrik:
orientieren

05.02.2016

Auf meiner Heimfahrt vor Weihnachten hörte ich auf der Fähre zwei Deutsche, die sich darüber unterhielten, wie toll es sei, in Berlin zu leben. Durch Erasmus-Austausch, Studienprojekte oder Beziehungen ziehe es uns Deutsche ja überall hin, aber dass auch Berlin eine inspirierende Metropole sei, vergäßen viele. Das leuchtete mir damals ein und ich war schon in den Startlöchern, um im Februar nach Berlin zu ziehen. Aber dann kam doch wieder alles anders. Doch mehr dazu im nächsten Text.

Dank meines Bruders kam ich im Januar dann aber doch noch nach Berlin, um ihn dort beim Filmen eines Interviews zu unterstützen. Diesmal ließen wir den Bundestag, die Museen und Kneipen außen vor und schlenderten nach getaner Arbeit über das Tempelhofer Feld, entdeckten urbane Gärten und suchten alternative Unterhaltungsmöglichkeiten. Das ließ sich in Berlin alles ziemlich leicht finden. Vor allem was das kulturelle Angebot betrifft.

Dem konnte ein Bekannter, den wir am Tag unserer Abreise zum Frühstück trafen, nur beipflichten. Er umschrieb es so: Wenn er mit dem Zug durch Deutschland reise, wären die Gespräche in Berlin sehr auf Kultur und Intellektuellem bedacht, wohingegen je weiter er in den Süden komme, die Inhalte sich eher um Produktivität und Pragmatisches drehen würden. Er meinte, Berlin böte eine große Vielfalt und würde es auch Künstlern erlauben, über die Runden zu kommen. Was er sich in München hingegen nicht vorstellen könne.

Es gibt sie also doch die Menschen mit alternativem Lebensstil, die Unabhängigen und die Freigeister, die sich in der Masse einer Hauptstadt gut integreren können. Um ein ungewisses Arbeitsverhältnis einzugehen, braucht man wohl doch nicht so viel Mut, wie ich dachte. Und wer sich selbst versorgen und dabei noch Gutes für die Gesellschaft tut, sollte doch auch als jemand angesehen werden, der was „Gscheits“ macht, oder? Ich jedenfalls genoss unser Gespräch und fuhr voller Euphorie und mit vielen neuen Ideen für mögliche Projekte Richtung Heimat gen Süden.

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