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Zwischen Studium & Beruf

Der erste Arbeitstag

An meinem ersten Arbeitstag entschied ich mich für Hemd statt zerfetztem T-Shirt als Garderobe. Nicht, weil mein Arbeitgeber das verlangte, sondern weil ich es als Zeichen für mich selbst sah, Verantwortung zu übernehmen und repräsentativ zu sein. Schließlich kam ich als Angestellter und nicht als Praktikant zurück. Und anstatt Listen abzuarbeiten, eine Vision, Strategie und Arbeitsplan für meine Rolle zu gestalten. Mehr Fragen als Antworten also.
Welche persönlichen Ziele habe ich? Was möchte ich während dieser Zeit lernen? Wie kann meine Arbeit – Lehrer und Schulen für die Kreislaufwirtschaft zu begeistern, erfolgreich zu networken und Lernmaterialien für systemisches Denken zu erarbeiten – genutzt werden? Währenddessen plane ich meine Karriereziele für 2017. Diesmal mit dem Vertrauen, dass ich nun genügend Vorbereitungszeit habe, um Orientierungsworkshops und digitale Materialien zur Sinnfindung und Berufsorientierung der Zukunft zu nutzen. Und vielleicht werde ich auch praktisch mit Permakultur in Berührung kommen.
Vor Kurzem unterhielt ich mich mit einem Kollegen über Bloggen oder Tagebuch führen. Ich erzählte ihm von abi.de und dass es so genial ist über seine eigene Entwicklung zu schreiben, weil man dabei wunderbar reflektieren kann. Und so staune ich selbst über meinen Werdegang seit 2011: Abitur in Physik, Studium der Bildenden Kunst und Erdkunde in Baden-Württemberg, umweltnaturwissenschaftliches Studium und Stipendium in Schottland, Felderfahrung in Ökologie und Meeresbiologie, Selbstständigkeit in Neuseeland, Nebenjobs von Herbergsvater bis Telefonbuchausteiler, Praktika in Landwirtschaft, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, der Versuch als Lehrer wieder in Deutschland Fuß zu fassen, Flüchtlingshilfe, Kulturarbeit, und schlussendlich die Anstellung als Multiplikatorenausbilder und Networker rund um das Thema Kreislaufwirtschaft Bildung bei einer Non-Profit-Organisation in England.
Ich hoffe, ihr habt ein paar hilfreiche Informationen und Einblicke durch meine Texte bekommen. Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg auf eurem eigenen Werdegang und Streben nach einer sinnstiftenden Aufgabe in unserer Gesellschaft.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 27, 2016
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Sep 27, 2016

Zwischen Studium & Beruf

Barfuß oder bildschirmblind

Wie wäre es, wenn jeder die Möglichkeit hätte, beim Schulabschluss in einem Fernrohrwald zu stehen. Tausende von Fernrohren. Und in jedem sieht man einen anderen Lebensweg, eine andere Zukunft, undenkbare Möglichkeiten und Offenbarungen. Würde das etwas ändern?
Nach einem miesepetrigen Tag – Vollmond und Zeitdruck sei Dank – kommt durch Gespräche mit Freunden wieder neuer Schwung in mein Leben. Hätte ich einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen sollen, anstatt parallel zu fahren? Muss ich unbedingt Job, Kontakte, Gehalt und Wohnort vereinen und Abende opfern, um der Suche nach Online-Lerngemeinschaften nachzugehen? Soll meine berufliche Zukunft wirklich so aussehen: Disziplin statt Design-Kritzeleien, Bildschirmblindheit statt Barfuß-Gartenarbeit, Schlafmangel statt Sonnenmeditation? Ich glaube meine größte Angst ist es, festzusitzen und große Pläne zu haben, ohne voran zukommen. Aber schließlich arbeite ich unter Zeitdruck besser.
Gut, dass ich mich selbst regelmäßig daran erinnere. Wenn man sich nur selbst in den Hintern treten könnte, wortwörtlich. Diesmal lautet die Deadline Ende Februar 2017, dann soll der nächste Schritt kommen. Aber vielleicht steht dann doch wieder ein anderes Projekt an. Ich möchte immer in Bewegung bleiben und regelmäßig den roten Faden durch die vergangenen Erfahrungen, Abschlüsse und Begegnungen ziehen; dann zeichnet sich vielleicht sogar langsam ab, wohin meine Reise gehen wird. Es lohnt sich immer wieder, sich das ins Gedächtnis zu rufen, um zu sehen wo sich Fähigkeiten entwickeln, man Leidenschaften entdeckt und sich Werte herauskristallisieren.
Jetzt gehe ich aber erst mal in den Norden Schottlands zurück, wo ich beim Erasmus-geförderten Training rund um „Kreatives Potential und Soziales Unternehmertum“ teilnehme. Ich würde auf jeden Fall „500 Miles“ laufen, wie im Hit der schottischen Band „The Proclaimers“, um das anzupacken. Gerne auch barfuß.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 19, 2016
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Sep 19, 2016

Zwischen Studium & Beruf

Ende der Urlaubszeit

Dann wäre meine Urlaubszeit ja endlich vorbei, meinte eine Freundin, als ich ihr erzählte, dass ich eine Vollzeit-Stelle in der Verwaltung einer Schule in England angenommen habe. Dabei kam es mir nie so vor, als hätte ich Urlaub. Schulpraktikum, Gartenarbeit, Zeit mit meiner Großmutter verbringen, Freiwilligenarbeit im Flüchtlingsheim – das alles hielt mich in den vergangenen Wochen ganz schön auf Trab. Krankenversicherung und Steuern zahlen, aber nicht überarbeiten und die Freizeit nutzen, um sich für einen gesellschaftlichen Wandel einzusetzen, so in etwa könnte man meinen Lebensstil bezeichnen. Oftmals aber reicht das nicht aus, um die Familienmitglieder zu besänftigen, die ständig fragen, was man denn jetzt beruflich vorhat.
Das Jobangebot kam ziemlich überraschend. Als ich meinen alten Arbeitsplatz besuchte, fragte man mich einfach, ob ich mir vorstellen könnte, dort fest zu arbeiten. Ich sagte gerne zu. Das bedeutet für mich nun aber auch haushalten, und zwar mit Zeit und Urlaubstagen. Und da mich der Job nicht daran hindern soll, andere Vorhaben in die Tat umzusetzen, werde ich versuchen, ihn mit anderen Aktivitäten zu verbinden. Ich bin gespannt, ob mir das auch gelingt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 5, 2016
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Sep 5, 2016