interaktiv

Zwischen Studium & Beruf

Barfuß oder bildschirmblind

Autor:
Manuel

Rubrik:
orientieren

19.09.2016

Wie wäre es, wenn jeder die Möglichkeit hätte, beim Schulabschluss in einem Fernrohrwald zu stehen. Tausende von Fernrohren. Und in jedem sieht man einen anderen Lebensweg, eine andere Zukunft, undenkbare Möglichkeiten und Offenbarungen. Würde das etwas ändern?
Nach einem miesepetrigen Tag – Vollmond und Zeitdruck sei Dank – kommt durch Gespräche mit Freunden wieder neuer Schwung in mein Leben. Hätte ich einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen sollen, anstatt parallel zu fahren? Muss ich unbedingt Job, Kontakte, Gehalt und Wohnort vereinen und Abende opfern, um der Suche nach Online-Lerngemeinschaften nachzugehen? Soll meine berufliche Zukunft wirklich so aussehen: Disziplin statt Design-Kritzeleien, Bildschirmblindheit statt Barfuß-Gartenarbeit, Schlafmangel statt Sonnenmeditation? Ich glaube meine größte Angst ist es, festzusitzen und große Pläne zu haben, ohne voran zukommen. Aber schließlich arbeite ich unter Zeitdruck besser.
Gut, dass ich mich selbst regelmäßig daran erinnere. Wenn man sich nur selbst in den Hintern treten könnte, wortwörtlich. Diesmal lautet die Deadline Ende Februar 2017, dann soll der nächste Schritt kommen. Aber vielleicht steht dann doch wieder ein anderes Projekt an. Ich möchte immer in Bewegung bleiben und regelmäßig den roten Faden durch die vergangenen Erfahrungen, Abschlüsse und Begegnungen ziehen; dann zeichnet sich vielleicht sogar langsam ab, wohin meine Reise gehen wird. Es lohnt sich immer wieder, sich das ins Gedächtnis zu rufen, um zu sehen wo sich Fähigkeiten entwickeln, man Leidenschaften entdeckt und sich Werte herauskristallisieren.
Jetzt gehe ich aber erst mal in den Norden Schottlands zurück, wo ich beim Erasmus-geförderten Training rund um „Kreatives Potential und Soziales Unternehmertum“ teilnehme. Ich würde auf jeden Fall „500 Miles“ laufen, wie im Hit der schottischen Band „The Proclaimers“, um das anzupacken. Gerne auch barfuß.

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