interaktiv

Zwischen Studium & Beruf

Ich werde erwachsen

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

08.05.2017

Zwar bin ich nun 26 Jahre alt – manch einer mag schon verheiratet sein und Kinder haben –, fühle mich aber noch recht jung. Schließlich ist alles, was ich kenne, Schule und Studium. Beides beinhaltet viel Freizeit und die Leistungen haben nur Einfluss auf einen selbst und nicht auf ein ganzes Unternehmen. Ich bin durchaus selbstständig, war immer diszipliniert und hatte sehr gute Noten, auch habe ich bereits berufliche Erfahrungen gesammelt. Und dennoch ist es nicht Dasselbe wie ein 40-Stunden-Arbeitsalltag und finanziell auf sich allein gestellt zu sein.
Auch macht mir die Tatsache Angst, dass ich für die nächsten 40 Jahre berufstätig sein werde. Das ist acht Mal so lang wie mein Studium! Ich mache mir Sorgen, dass ich in ein Hamsterrad gerate, und das Leben an mir vorbeizieht, während ich in einem grauen Büro auf einen Bildschirm starre. Andererseits habe ich auch genug davon, keine beruflichen Aufgaben zu haben und kein Geld zu verdienen. Ich will mein Leben endlich anpacken und nicht mehr vom Alltag weit entfernte Theorie lernen. Zwar sagen immer alle: „Ach, die Studentenzeit, das war doch die schönste“, doch ebenso viele sagen: „Kein eigenes Geld verdienen, das wäre nichts mehr für mich.“ Außerdem verändert man sich ja über die Jahre.
Ich erkenne zum Beispiel schon jetzt große Unterschiede zu mir als Masterabsolventin im Gegensatz zu mir, als ich noch im Bachelor studiert habe. Beruhigend finde ich auch, dass es meinen Kommilitonen genauso geht wie mir. Klar, Neues macht immer Angst und keiner gibt gerne Freiheiten auf. Aber wenn man einen Job findet, der einem Spaß macht und in einem Team arbeitet, mit dem man sich wohlfühlt, dann steht man morgens gerne auf, gibt gerne sein Bestes und zählt nicht die Tage bis zum Wochenende. Und die Wochenenden, die sind endlich frei – und nicht voll mit Hausarbeiten und Büffeln auf Klausuren!

Diesen Artikel teilen