interaktiv

Zwischen Studium & Beruf

Alles hat ein Ende

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

12.12.2017

Heute habe ich die Kündigung für mein WG-Zimmer geschrieben, das ich fast viereinhalb Jahre lang mein Zuhause nannte. Ich kann immer noch nicht glauben, dass diese Zeit bald vorbei sein wird. Gestern Abend unterhielt ich mich mit meiner Mitbewohnerin, die in einem Dreivierteljahr mit ihrem Freund in Köln zusammenziehen will, und stellte voller Erstaunen fest, dass es zu meinem Auszug im März nur noch drei Monate sind. Da wir unsere Nachmieter selbst suchen, müssten wir vielleicht gar nicht fristgerecht kündigen, aber sicher ist sicher.
Eigentlich hatte ich vor, meinen Anteil der Miete für unsere Wohnung hier in Göttingen noch bis Ende März zu bezahlen und ab 1. April mein Zimmer in München zu übernehmen. Doch da ich meine Masterarbeit ohnehin schon im Februar abgeben werde (zumindest hoffe ich das), macht es wohl mehr Sinn, bereits Ende Februar meine Sachen zu packen und damit eine ganze Miete inklusive Nebenkosten zu sparen. Nicht nur, dass meine neue Wahlheimat München ein exorbitant teures Pflaster ist. Ich plane außerdem, im April noch für zwei oder drei Wochen in die USA zu fliegen – als Abschluss eines wunderschönen Lebensabschnitts. Da kommt mir jeder gesparte Euro sehr gelegen.
Trotzdem ist es komisch, dass mein Leben in Göttingen in nur drei Monaten vorbei sein soll. Den größten Teil meines Studiums, das ich im Herbst 2012 in Bonn begann, habe ich hier an der Georg-August-Universität verbracht. Unzählige Mensa-Dates, Unikino-Abende und Kaffeepäuschen in der Sonne haben mir meine Vorlesungszeit hier versüßt. Wenn ich an meinen Freundeskreis denke, der sich innerhalb der vergangenen Jahre zusammengetan hat, bin ich glücklich und traurig zugleich – glücklich, weil ich mir bessere Freunde nicht wünschen könnte, und traurig, weil ich weiß, dass ich ihnen dennoch bald den Rücken kehren muss.
Es ist aber sicher ganz normal, in Wehmut zu versinken, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht. Trotzdem finde ich, dass man dieses Gefühl feiern sollte. Denn je trauriger man ist, desto toller und erfüllender war doch die Zeit, die man erleben durfte. Und damit einen Toast auf mein perfektes Studentenleben!

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